Krankenkassen erzielten im Vorjahr 217 Millionen Überschuss

15. Mai 2014, 10:31
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Nur zwei Kassen im Minus. Für heuer 50 Millionen Plus erwartet

Wien - Die Krankenkassen befinden sich weiter auf einem Stabilisierungskurs. Im Vorjahr haben sie nach vorläufigen Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einen Überschuss von 217 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Minus waren nur die Kärntner Gebietskrankenkasse und die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Für heuer rechnen die Kassen insgesamt mit 50 Millionen Plus.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Löwenanteil des Überschusses von der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) gekommen ist - sie erbrachte 115,4 Millionen der insgesamt 217,2 Millionen Euro. Allerdings ist dies nicht allein auf die Konsolidierungsleistungen der WGKK zurückzuführen, sondern zu einem Gutteil auf öffentliche Mittel. Die Kassen haben nämlich eine Umsatzsteuerrückvergütung für Medikamente bekommen. Diese wird in Form einer Pauschale ausbezahlt und machte für das Vorjahr 100 Millionen Euro aus. Der Betrag dieser sogenannten "Überdeckung" ging zur Gänze an die WGKK. Der Grund dafür liegt darin, dass aus dieser Pauschale nur jene Träger Geld bekamen, die Schulden haben, und die WGKK war die einzige Kasse mit einem "negativen Reinvermögen". Sie sitzt auch weiterhin auf Schulden aus der Vergangenheit, wenngleich sich diese schon auf 43,3 Millionen Euro im Vorjahr deutlich verringert haben.

In der Zwischenzeit hat auch die Kärntner Gebietskrankenkasse neue Schulden von 1,5 Millionen Euro (2013) angesammelt. Beide hoffen aber, diese heuer wieder abbauen zu können. Aus diesem Grund gibt es diese Pauschale heuer nicht mehr.

Besser als prognostiziert

Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Krankenversicherung heuer mit einem kleineren Überschuss von 50 Millionen Euro rechnet. Die vereinbarten Finanzziele und die 40 Millionen Euro aus dem Strukturfonds, die die Kassen bei Erreichen der Ziele lukrieren können, sind darin eingerechnet. Ab 2015 gibt es diesen Strukturfonds dann nicht mehr. Bei der Prognose im Februar waren nur 12 Millionen  Euro Plus für heuer vorhergesagt worden. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass die Prognosen stets zum Teil deutlich unter dem tatsächlichen Ergebnis liegen. Auch für 2013 hatte der erste Voranschlag nur ein Plus von 31 Millionen Euro prognostiziert, die dann kontinuierlich nach oben korrigiert wurden und jetzt eben einen Erfolg von insgesamt 217 Millionen Euro gebracht haben.

Für den Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, haben die Krankenkassen mit der erfolgreichen Konsolidierung bewiesen, wie ein Kostendämpfungspfad erfolgreich umgesetzt werden kann, ohne dass es zu Leistungseinschränkungen bei den Patienten gekommen ist.

Schelling kündigt neue Leistungen an

Schelling betonte in einer Aussendung, dass trotz der Konsolidierung bis 2016 insgesamt 5,6 Millionen Euro von den Kassen in das Gesundheitssystem und damit in Mehrleistungen für die Versicherten fließen werden. Wichtig ist dem Hauptverbands-Chef, dass jetzt von den Kassen "Rücklagen gebildet werden können, um bei einer Abschwächung der Konjunktur nicht nur alle Leistungen sicherstellen zu können, sondern auch um für künftige neue Herausforderungen durch die bereits eingeleitete Gesundheitsreform bzw. neue Leistungen - etwa im Bereich der Zahngesundheit oder psychischer Erkrankungen - gerüstet zu sein".

Als wichtigste Faktoren dieses Ergebnisses nannte Schelling eine stabile Beitragsentwicklung (plus 3,6 Prozent) sowie einen sorgsamen Umgang mit den Beiträgen der Versicherten. (APA, 15.5.2014)

Wissen:

Negativ bilanziert haben im Jahr 2013 nur die Kärntner GKK (-14,4 Millionen) und die SVA der gewerblichen Wirtschaft (-16,9 Millionen). Im Plus sind unter den neun GKKs neben Wien (+115,4 Millionen) nur Oberösterreich (+29,1 Millionen) und Salzburg (+17,3 Millionen), alle anderen bilanzieren ausgeglichen.

Für 2014 erwartet neben der SVA der gewerblichen Wirtschaft (-17,5 Millionen) und der Kärntner GKK (-17,4 Millionen) auch die niederösterreichische GKK ein Minus (-9,9 Millionen). Positiv bilanzieren sollen von den GKKs Wien (+22,8 Millionen), Salzburg (+10,2 Millionen) und Oberösterreich (+7,4 Millionen). (APA, 15.05.2014)

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