Uni-Projekt will über Rassismus im Internet aufklären

15. Mai 2014, 08:57
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Uni Wien beteiligt sich am EU-Projekt "e-Engagement against violence" - Identitäre Bewegung Österreich und Ring Freiheitlicher Jugend untersucht

Wien - Ein EU-Projekt mit Beteiligung der Universität Wien nimmt die Anwerbestrategien rechtspopulistischer Organisationen im Internet unter die Lupe. In Österreich wurden die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) und der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) untersucht. Darauf aufbauend sollen nun Aufklärungs-Tools für Schüler und Lehrer ausgearbeitet werden.

Hintergrund für die internationale Inititiative "e-Engagement against violence" ist laut Projektleiterin Birgit Sauer vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien die "traurige Tatsache, dass Xenophobie und Rassismus in den letzten 20 Jahren in Europa deutlich zugenommen haben". Rechtspopulistische Organisationen würden die Neuen Medien nutzen, um Jugendliche zu "rekrutieren". Das betrifft Websites ebenso wie die beliebten Plattformen Facebook und YouTube.

Interessenschwerpunkt Österreich

"Diese Gruppen setzen auf den Multiplikationseffekt des Internets und nutzen alle Möglichkeiten, um Hetze gegen die vermeintlich 'Anderen' - Ausländer, Muslime, Homosexuelle, Frauen, etc. - zu betreiben", erklärt Sauer. Dass gerade Österreich ein Teil des groß angelegten EU-Projektes ist, komme nicht von ungefähr. "Die sieben teilnehmenden Länder wurden aus politischen und geografischen Gründen bewusst gewählt. Österreich ist, wenn es um Rechtspopulismus und Gewalt geht, traurigerweise immer interessant", meint Sauer.

Am Ende soll nicht nur ein Überblick über neue Formen des Populismus in Europa geliefert, sondern auch eine Lernplattform im Internet entwickelt werden, die entsprechende Unterrichtsmaterialien für Lehrer und Jugendbetreuer bereithält. Damit will man jungen Menschen helfen, gegen gewalttätige und diskriminierende Inhalte vorzugehen. (APA, 15.05.2014)

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