Hunderte Chinesen fliehen vor Gewalt in Vietnam

15. Mai 2014, 08:04
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Rund 600 Chinesen nach Kambodscha geflohen - Unterschiedliche Angaben zu Todeszahlen

Hanoi - Hunderte Chinesen sind nach Polizeiangaben vor der Gewalt in Vietnam gegen ausländische Firmen in das Nachbarland Kambodscha geflohen. Mehr als 600 Chinesen hätten bei Bavet die Grenze überquert, sagte ein Sprecher der kambodschanischen Polizei am Donnerstag. Bei antichinesischen Protesten ist in der Nacht auf Donnerstag in der zentralvietnamesischen Provinz Ha Tinh ein chinesischer Arbeitet getötet worden, 149 Menschen sollen verletzt worden sein.

Medienberichte sprechen hingegen unter Berufung auf Mediziner von 21 Todespfern. Fünf von ihnen seien Vietnamesen gewesen, die anderen 16 Chinesen. Randalierer hatten in der Nacht zum Donnerstag Medienberichten zufolge die größte Stahlfabrik des Landes gestürmt, die sich im Besitz eines Unternehmens aus Taiwan befindet.

Zehn chinesische Mitarbeiter einer Firma in der Provinz Ha Tinh werden vermisst, wie ein Unternehmensmanager laut Xinhua sagte. "Sie sind in unsere Büros eingebrochen, haben zerstört und geplündert. Sie haben unsere Unterkunft niedergebrannt, bevor sie wieder gegangen sind", beschrieb der Manager im Gespräch mit Xinhua die Krawalle vom Mittwoch.

Peking besorgt

Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums äußerte sich besorgt über den Ausbruch der Gewalt. Sie forderte die vietnamesischen Behörden auf, die Gesetzesbrecher zu bestrafen und die Opfer zu entschädigen.

Aus Protest gegen Chinas Ansprüche im Südchinesischen Meer hatten bereits am Mittwoch tausende Vietnamesen ausländische Firmen gestürmt. In Industriezonen im Süden Vietnams habe die Menge Zugangstore niedergerissen, Fensterscheiben eingeworfen und Gebäude in Brand gesetzt, teilten die Behörden mit. Firmen berichteten von Plünderungen. (APA, 15.5.2014)

  • Die Fensterscheiben von chinesischen Geschäften wurden eingeworfen.
    foto: apa/epa/str

    Die Fensterscheiben von chinesischen Geschäften wurden eingeworfen.

  • Chinesen warten auf dem Flughafen von Ho Chi Minh auf ihren Abflug.
    foto: reuters/stringer

    Chinesen warten auf dem Flughafen von Ho Chi Minh auf ihren Abflug.

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    foto: apa
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