Lehrer sehen keinen "Masterplan" der Ministerin

14. Mai 2014, 22:27
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Kimberger: "Schlechte Stimmung" bei Treffen der Schulpartner mit Heinisch-Hosek - Elternvertreterin: "Atmosphärisch sehr gut"

Wien - Keine konkreten Ergebnisse hat am Mittwochabend ein Treffen der Schulpartner mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zur Zentralmatura gebracht. Die Ministerin habe zwar angekündigt, das für die neue Matura zuständige Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) umfassend zu prüfen. Einen "Masterplan" scheine sie aber nicht zu haben, sagte Lehrergewerkschafter Paul Kimberger.

Bei der Zusammenkunft, bei der die Pannen bei der schriftlichen Zentralmatura erörtert wurden, habe eine "schlechte Stimmung" geherrscht, meinte Kimberger. Die Ministerin habe sich parallel mit dem Bifie-Aufsichtsrat getroffen.

Einzige konkrete Vereinbarung des Abends sei gewesen, dass bei der umstrittenen Grenze, ab der Klausuren in den lebenden Fremdsprachen positiv sind, die Letztentscheidung bei den Lehrern liegen soll. Das Bifie hatte für Empörung gesorgt, indem die Grenze wegen etwas leichterer Testpakete von bisher 60 auf 63 Prozent der Punkte angehoben worden war. "Hier gibt es jetzt eine mündliche Zusage, mal sehen, was sie wert ist", sagte Kimberger.

"Atmosphärisch sehr gut"

Elternvertreterin Susanne Schmid sprach dagegen von einem "atmosphärisch sehr guten Treffen": "Man hat uns gut zugehört." Die von den Eltern vorgetragene Mängelliste sei sehr lang gewesen, im Vordergrund seien die Notenschwellen bei den lebenden Fremdsprachen und die Kritik an der "nicht unproblematischen" literarischen Aufgabe in Deutsch gestanden: "Ich verstehe nicht, warum man gerade so einen Text auswählt. Da sitzen viele Wissenschafter in einem Gremium - nach zehn Minuten Internetrecherche über den Autor hätte ich sagen können, dass das zu Kritik führen wird." Schmid ist nun aber guter Dinge, dass die Vorgangsweise in Sachen Zentralmatura besser wird: "Man hat uns durchaus viele Änderungen in Aussicht gestellt."

Kimberger kritisierte die aus seiner Sicht schlechte Vorbereitung der neuen Matura: "Insider haben mir gesagt, dass das zu erwarten war." Nun müsse es eine umfassende, schonungslose Aufarbeitung der Pannen geben und Konsequenzen daraus gezogen werden. Gleichzeitig betonte Kimberger, er sei "gegen Bauernopfer - das wird die Probleme in diesem Bereich nicht lösen". Insgesamt will er die Aufgaben des Bifie hinterfragen, immerhin habe das Ministerium dessen Aufgaben früher auch schon selbst erledigen können: "Ich bin gegen Innovationswahnsinn und Testungshysterie - die Schulen sollen sich wieder mehr auf die Pädagogik konzentrieren können statt auf Äußerlichkeiten", fordert er. Im Bifie wollte man am Mittwoch keine Stellungnahme abgeben. (APA, 14.5.2014)

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