Wirbelstürme auf Wanderschaft

14. Mai 2014, 19:13
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Tropische Wirbelstürme entfernten sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter vom Äquator: Hält diese Entwicklung an, könnte sich die Landkarte der Risikoregionen künftig verändern

Madison - Tropische Wirbelstürme gehören zu den für Menschen verheerendsten Naturkatastrophen. Die mechanische Gewalt der Winde, aber auch die starken anhaltenden Niederschläge sowie Sturmfluten richten regelmäßig schwere Zerstörungen an. Deren regionale Ausbreitung unterliegt offenbar einem Wandel: US-amerikanische Forscher fanden nun heraus, dass die Stürme ihre stärkste Intensität immer weiter vom Äquator entfernt erreichen.

In den vergangenen 30 Jahren hätten sie sich im Schnitt um mehr als 50 Kilometer pro Jahrzehnt in Richtung der Pole bewegt, berichten die Wissenschafter aktuell im Fachjournal Nature. Allerdings seien dabei regionale Unterschiede feststellbar: Während der Trend im nördlichen und südlichen Pazifik und im südlichen Indischen Ozean besonders stark sei, gebe es im Atlantik keine Anzeichen für eine Verschiebung.

Klimazonenausbreitung

Die Forscher analysierten in ihrer Studie Daten von Wirbelstürmen der vergangenen drei Jahrzehnte und zogen Vergleiche, wo die Stürme ihre jeweils höchste Intensität erreichten. Das Ergebnis deutet auf eine Veränderung regionaler Wirbelsturmrisiken hin: So könnten etwa äquatornahe Zonen künftig seltener, Regionen weiter nördlich und südlich des Äquators häufiger von Wirbelstürmen betroffen sein.

Dies würde sich auch mit früheren Beobachtungen, nach denen sich die tropische Klimazone allmählich in Richtung der Pole ausbreitet, decken. Die Ursachen dafür sind nicht vollständig geklärt, ein Zusammenhang mit dem Klimawandel wird angenommen. (David Rennert, DER STANDARD, 15.5.2014)

  • Tropische Wirbelstürme erreichen ihre Spitzenwerte zunehmend in anderen Regionen.
    foto: ssec/cimss/uw

    Tropische Wirbelstürme erreichen ihre Spitzenwerte zunehmend in anderen Regionen.

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