Junge Königspinguine wechseln manchmal den Ozean

11. Juni 2014, 15:21
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Studie mit Satellitensendern zeigt: Königspinguine legen in ihrer Jugend im Schnitt pro Tag 45 Kilometer zurück

Celle - Junge Königspinguine erkunden bereits im ersten Jahr fern ihrer Brutkolonie intensiv ihre heimischen Gewässer im Südatlantik. Einige verschlägt es vorübergehend sogar in den Pazifik oder den Indischen Ozean. Etwa 45 Kilometer legen die etwa 90 Zentimeter großen Vögel im Durchschnitt pro Tag zurück. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden und im Fachblatt "PLOS ONE" veröffentlicht.

Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) brüten auf subantarktischen Inseln, etwa dem im südlichen Atlantik gelegenen Südgeorgien, wo ihnen ein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht. Die erwachsenen Tiere gehen im Verlauf des Jahres in unterschiedlichen Regionen des Gebiets auf Nahrungssuche. Wo sich die Jungtiere aufhalten, nachdem sie mit etwa einem Jahr ihre Brutkolonie verlassen, war bisher kaum untersucht worden.

Zwei Königspinguin-Kolonien unter die Lupe genommen

Die Forscher um Klemens Pütz vom Antarctic Research Trust im niedersächsischen Bremervörde statteten insgesamt 18 Königspinguine mit Satellitentelemetriesendern aus. Zehn der Pinguine stammten von einer Brutkolonie auf den Falklandinseln, die übrigen acht aus einer Kolonie auf der Insel Südgeorgien Die Wissenschafter werteten anschließend die Positionssignale der Sender aus, die sie in einem Zeitraum von drei Monaten im Jahr 2008 empfangen hatten.

Sie stellten fest, dass die jungen Königspinguine im gemessenen Zeitraum zwischen gut 600 und mehr als 4.000 Kilometer zurückgelegt hatten. Im Schnitt schwammen sie 45 Kilometer am Tag, wobei die Streckenlängen zwischen 10 und mehr als 100 Kilometern stark schwankten. In den ersten Wochen schwammen die Tiere beider Kolonien südwärts. Einige Pinguine wanderten dann westlich in den Pazifischen Ozean, einer in den Indischen Ozean. Durch ihre Wanderungen meiden sie zum Teil Nahrungskonkurrenz mit erwachsenen Tieren, vermuten die Forscher.

Untwerschiedliche Ozeane, unterschiedliche Gewohnheiten

Im Allgemeinen nutzten die Jungtiere beider Kolonien ähnliche Jagdreviere. Sie fressen zum Beispiel Laternenfische und Kopffüßer und verbessern auf ihren frühen Wanderzügen sukzessive ihre Jagdmethoden. Bei näherer Untersuchung stellten die Wissenschafter fest, dass die Vögel von den Falklandinseln mehr Zeit in eher flacheren Gewässern mit geringerer Temperatur verbringen. Die Pinguine aus Südgeorgien bevorzugten tiefere Gewässer mit einer hohen Chlorophyll-Konzentration.

Im Laufe der Zeit nutzten die jungen Pinguine dann zunehmend Jagdreviere, die denen ihrer Eltern ähnelten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass unerfahrene Königspinguine - unabhängig von der Lage ihrer Herkunftsregion - ihre Jagdfähigkeiten mit der Zeit erlernten, schreiben die Forscher. (APA/red, derStandard.at, 23. 5. 2014)

  • Königspinguine führen auf der Jagd nach Fischen und Kopffüßern ausgedehnte Wanderungen durch.
    foto: reuters/yvon le maho

    Königspinguine führen auf der Jagd nach Fischen und Kopffüßern ausgedehnte Wanderungen durch.

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