Sohn des US-Vizepräsidenten im Vorstand ukrainischer Gasfirma

14. Mai 2014, 23:37
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Weißes Haus sieht keinen Interessenkonflikt - Auch Polens Ex-Präsident Kwasnieswki bei Gaskonzern Burisma

Washington - Geht es nach dem Weißen Haus in Washington, so ist die Tatsache, dass R. Hunter Biden, Sohn von Vizepräsident Joe Biden, in den Vorstand des ukrainischen Gasbetreibers Burisma gewählt wurde, eine Kleinigkeit, die kaum der Rede wert ist. Kritiker sehen in der Personalie aber zum aktuellen Zeitpunkt sehr wohl ein Problem.

Der Anwalt und Unternehmer Biden junior soll - so hält das ukrainische Privatunternehmen Burisma, das seit zwölf Jahren in der Ukraine nach Gas sucht, auf seiner Website fest - trage mit seinem Engagement bei, "Transparenz, verantwortungsbewusste Grundsätze der Unternehmensführung sowie internationale Expansion" zu fördern.

Putins Druckmittel

Dennoch hat die Personalie eine schiefe Optik: Erdgas ist eines der wichtigsten Druckmittel Russlands gegenüber der Ukraine. Um in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit Kiews von Moskau zu reduzieren, hatte zuletzt Vizepräsident Biden senior die Ukraine besucht und dabei Gespräche darüber geführt, wie die USA dem Land helfen könnten, sich aus der russischen Umklammerung zu lösen - etwa durch die Förderung landeseigener Ressourcen.

Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, sieht keinen Interessenkonflikt: "Hunter Biden und andere Familienmitglieder sind natürlich private Bürger. Nur, weil sie wo arbeiten, bedeutet das noch keine Unterstützung durch die Regierung."

Auch Kwasniewski auf der Payroll

Auch der ehemalige polnische Präsident und Ukraine-Beauftragte des EU-Parlaments, Aleksander Kwasniewski, räumte am Mittwoch eine Beratertätigkeit für Burisma ein und verteidigte diese. Kwasniewski bestätigte in Warschau, bei dem nach eigenen Angaben größten nichtstaatlichen Gasversorger der Ukraine seit Jänner als Direktor zu arbeiten.

Er sehe darin aber nichts Problematisches, sagte Kwasniewski im polnischen Nachrichtensender TVN24. Polens Regierungschef Donald Tusk hingegen bezeichnete die Situation als "sehr unangenehm". (red, APA, DER STANDARD, 15.5.2014)

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