Mögliches Lebenszeichen von totgeglaubter Kärntnerin

14. Mai 2014, 21:02
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Seit acht Jahren fehlt von Michaela G. jede Spur. Die Polizei glaubte bisher an ein Gewaltverbrechen, doch die junge Klagenfurterin könnte noch am Leben sein

Klagenfurt - "Wir sind ganz verzweifelt und hoffen jeden Tag, dass Michaela nachhause kommt und wir sie wieder in die Arme schließen können" - Christine G. hat diese Botschaft auf die Startseite ihrer Homepage geschrieben. Seit dem 15. Februar 2006 trägt die Kärntnerin diesen Wunsch tief im Herzen - es ist der Tag, an dem ihre damals 23-jährige Tochter Michaela G. spurlos verschwunden ist. Die Polizei vermutete stets ein Gewaltverbrechen, fand aber keine Beweise. Nun gibt es eine vage Hoffnung, dass Michaela G. doch noch am Leben ist.

Kontakt in Bar

Vermutet wird die Frau in den Niederlanden: Vor einer Woche erhielt die Mutter der Vermissten eine E-Mail von einem Mann. Dieser schrieb, er habe in einer Bar in Amsterdam eine junge Frau kennengelernt. Sie habe ihn gebeten, mit ihr in Kärnten Kontakt aufzunehmen. Die Frau soll auch gesagt haben, dass sie wieder nach Hause wolle, aber keine Papiere habe.

Nach einigen Mails, in denen vereinbart wurde, der Mann solle die Frau nach Kärnten bringen oder die Polizei verständigen, riss der Kontakt ab. Die Polizei wertet nun die E-Mails aus, konkrete Ergebnisse gibt es nicht.

Michaela G. war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens mit einem Kärntner aus dem Rotlichtmilieu liiert. Die Polizei verdächtigte Sandro H., seine Freundin ermordet zu haben. 2008 verbüßte er gerade eine 30-monatige Haftstrafe, bei einem Freigang flüchtete er und setzte sich nach Paraguay ab. Im Juli 2010 war der gebürtige Villacher nach der Ermordung eines ihm bekannten reichen deutschen Ehepaares in Paraguay festgenommen worden. Sandro H. wurde verdächtigt, die Deutschen in der Kleinstadt Ypacarai mit Kopfschüssen ermordet haben. Er soll Interesse an einem Haus gezeigt haben und den Makler (69) und dessen Frau (40) erschossen haben. Der Villacher kam jedoch nach wenigen Wochen wieder frei.

Aufgrund eines internationalen Haftbefehls aus Österreich wurde er 2012 aber wieder festgenommen. Nach langem Hin und Her wurde er wegen eines Verfahrens bezüglich Versicherungsbetrugs und Anstiftung zur Brandstiftung nach Österreich ausgeliefert. Wegen des Mordvorwurfs darf er aber vorerst nicht belangt werden. Am Landesgericht Klagenfurt wurde der Villacher vom Vorwurf des Versicherungsbetrugs freigesprochen. Der Oberste Gerichtshof hob den Freispruch allerdings im Vorjahr auf. (APA, mro, DER STANDARD, 15.5.2014)

  • So sah Michaela G. bei ihrem Verschwinden im Jahr 2006 aus. Jetzt hofft die Familie auf ein Lebenszeichen.
    foto: privat

    So sah Michaela G. bei ihrem Verschwinden im Jahr 2006 aus. Jetzt hofft die Familie auf ein Lebenszeichen.

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