Feldkirch: Eine Tunnelspinne soll Verkehr fressen

14. Mai 2014, 14:43
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Feldkirch will weniger Verkehr und lässt sich um 227 Millionen Euro einen Tunnel bauen. Ab 26. Mai läuft das Bürgerbeteiligungsverfahren

Feldkirch – Mit einer Tunnelspinne, einem unterirdischen Kreisverkehr, um 227 Millionen Euro will Feldkirch seine Verkehrsprobleme lösen. Zum Großprojekt startet am 26. Mai das Bürgerbeteiligungsverfahren. Da für das Landesstraßen-Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgeschrieben ist, erhalten Bürgerinnen und Bürger ein Einspruchsrecht.

Für Landesregierung und Stadtverwaltung ist das Verfahren noch Neuland, wie hoch die Beteiligung sein werde, könne nicht abgeschätzt werden, sagte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) am Mittwoch bei der Präsentation des bisher "größten Bürgerbeteiligungsverfahrens". Mitreden kann man bei zwei Informationsveranstaltungen und über schriftliche Stellungnahmen. Im Rathaus liegen die Unterlagen ab 26. Mai auf, bis 18. Juli können Einsprüche ans Amt der Landesregierung geschickt werden.

Liechtensteiner gegen Tunnel

Ihr Nein zum Tunnel haben bereits 1.800 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner geäußert. Die Feldkircher Nachbarschaft befürchtet durch die neue Straße mehr Verkehr. Liechtenstein könne sich am UVP-Verfahren beteiligen, sagt Rüdisser. Im Landhaus kann man sich aber einen Seitenhieb auf das Liechtensteiner Mobilitätsverhalten nicht verkneifen: Die Liechtensteiner seien mit einer Fahrzeugdichte von 756 Autos auf 1.000 Einwohner die Europameister im Autofahren, samstags mache der Einkaufsverkehr aus Liechtenstein und der Schweiz 82 Prozent des grenzüberschreitenden Verkehrs aus.

Baubeginn für den Stadttunnel soll 2016 sein, dann wird in zwei Abschnitten bis 2024 gebaut. (jub, derStandard.at, 14.5.2014)

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