Für Freiheit und Demokratie: Die syrische Opposition in Österreich

Blog mit Video14. Mai 2014, 13:33
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Die Riahi Brothers treffen Syrerinnen und Syrer in Österreich, die sich für Gerechtigkeit in ihrem Heimatland einsetzen

Der Verein Eunus, gegründet im September 2011, ist ein Zusammenschluss syrischer Staatsangehöriger und begreift sich als eine "gemeinsam koordinierte Kraft", deren Ziel ein freies und demokratisches Syrien ist. Die SyrerInnen, die unabhängig von Religion, ethnischer Herkunft und Parteizugehörigkeit in Wien ihre Basis haben, arbeiten u. a. an einer Vorlage für eine neue demokratische Verfassung: "Für Freiheit, für Würde, für Gerechtigkeit und Menschlichkeit". Sie kooperieren mit AktivistInnen und AnhängerInnen der syrischen Revolution im In- und Ausland, organisieren Proteste, karitative Versteigerungen, Flashmobs und Konzerte in Wien.

Im Juli 2011 gestalteten sie beispielsweise die Aufklärungsaktion "How many victims does it take for freedom", um auf die Opfer des Assad-Regimes aufmerksam zu machen. Auf der Wiener Mariahilferstraße wurde eine Liste mit Namen der bisherigen Opfer auf Stoffe geschrieben, die bis heute erweitert wird. Eine Benefizgala, bei der Eunus neben Konzerteinnahmen Kunstwerke zugunsten von Kindern in Syrien versteigerte, ist das bisher erfolgreichste Projekt von Badran Farawati, Samara Albinni, Luna Almousli, Ahmad Bassal und Mohammad Orabi.

Nach der Versteigerung, die wir in diesem Video dokumentiert haben, wurde ein Verwandter der handelnden Aktivisten in Syrien nach der Überbringung des Geldes, das beim Aufbau einer Schule helfen sollte, von syrischen Sicherheitskräften entführt und verhört. Erst nach diplomatischen Verhandlungen wurde er ein paar Wochen später wieder freigelassen. Über Eunus haben wir im Zuge unserer Dreharbeiten auch den syrischen Aktivisten Ahmad Zaino kennengelernt, der zu einem wichtigen Protagonisten in unserem Kinodokumentarfilm "Everyday Rebellion" wurde. Er war maßgeblich an den gewaltlosen Protestaktionen des syrischen Widerstandes beteiligt. Auf dem Foto (oben links) sehen wir ihn beim Besuch im syrischen Flüchtlingslager King Abdullah Gardens in Jordanien.

Die prominenteste Aktion des Vereins Eunus bleibt die "Botschaft des syrischen Volkes": ein Infostand, der exakt gegenüber der offiziellen syrischen Botschaft in Wien fünf Tage die Woche über einen Zeitraum von vier Monaten täglich für bis zu fünf Stunden aufgestellt und besetzt war. Als Aberkennung und Ablehnung der jetzigen Botschaft und des aktuellen Regimes eröffneten die SyrerInnen ihre eigene Botschaft. BesucherInnen konnten sich Informationen über die jetzige Lage des Landes holen und eine der vielen Aktionen von Amnesty International für Syrien unterstützen.

Einsatz für ein demokratisches System

Der Verein EUNUS besteht aus: 
Badran Farawati (Datenbankprogrammierer in der österreichischen Nationalbiliothek), 
Samara Albinni (Büroangestellte in einer Importfirma), 
Luna Almousli (Studentin an der Universität für angewandte Kunst Wien), 
Ahmad Bassal (studiert Astronomie und Physik an der Universität Wien) und 
Mohammad Orabi (Student der Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien).

Sie sind an erster Stelle SyrerInnen, die sich für ein demokratisches Syrien einsetzten, wo Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle Bürger geachtet werden. Ihr Ziel ist die Bündelung der Bemühungen von Einzelpersonen zu einer gemeinsamen koordinierten Kraft, sowie die Unterstützung bei der Entwicklung für eine neue gesetzliche und verfassungsrechtliche Grundlage Syriens voranzutreiben. (Arash und Arman T. Riahi, derStandard.at, 14.5.2014)

  • Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.
Bild: Im syrischen Flüchtlingslager "King Abdullah Gardens" in Jordanien.
    foto: everydayrebellion.net

    Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.

    Bild: Im syrischen Flüchtlingslager "King Abdullah Gardens" in Jordanien.

  • Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.
    foto: nela märki

    Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.

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