Beschwerden gegen Life-Ball-Plakat: Werberat nicht zuständig

14. Mai 2014, 11:10
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FPÖ: Verstoß gegen Ethikkodex der Werbewirtschaft - Zahlreiche Beschwerden beim Werberat eingegangen

Wien - Anfang dieser Woche wurden die diesjährigen Plakate für den Wiener Life Ball präsentiert. Der Fotograf David LaChapelle inszenierte dafür das Transgender-Model Carmen Carrera unter dem Motto "Ich bin Adam - Ich bin Eva - Ich bin ich" nackt in einem "Garten der Lüste" - und zwar sowohl mit männlichen als auch weiblichen Geschlechtsteilen. Nach der Präsentation der Sujets gingen auch gleich mehrere Beschwerden bei Werberat ein.

"So was wie das Life-Ball-Plakat ist eine Gefährdung aller Kinder! Ich will so was nicht meinen Kinder zumuten! Seit dem Sieg der Conchita Wurst beim ESC sind anscheinend alle Türen und Tore geöffnet! Aber das Plakat 'Frau mit Penis' geht eindeutig zu weit. Sonst macht man einen Aufstand wegen jedem Bussi, das man im TV sieht, und jetzt so was. Man muss doch irgendwie auch von Ihrer Stelle aus dagegen vorgehen können bzw. Kontakte spielen lassen können. Danke!", heißt es in einer Beschwerde.

Kickl fordert Verurteilung

Auch die FPÖ will, dass der Werberat einschreitet und das Plakat verurteilt. "Das aktuelle Plakat zur Ankündigung und Bewerbung des Life Balls widerspricht gleich in mehreren Punkten der freiwilligen Selbstbeschränkung und dem Ethikkodex der Werbewirtschaft", erklärte der freiheitliche Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung. "Auch wenn die Homo- und Transgenderlobby wegen des Song-Contest-Erfolges ihrer Galionsfigur völlig aus dem Häuschen ist und nun offenbar der Meinung ist, sich alles erlauben zu können, gelten noch immer ethisch-moralische Grundsätze und die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes."

Werberat nicht zuständig

"Bei den beiden Sujets handelt es sich um eine Bewerbung der Kunstausstellung eines international tätigen Künstlers, die im Zeitraum 2. 6. bis 7. 9. 2014 in Wien stattfindet", schreibt der Werberat. "Der Österreichische Werberat geht davon aus, dass die Bewerbung der Ausstellung durch ein Sponsoring der Life-Ball-Organisation unterstützt wird." Aus diesem Grund könne der Werberat gemäß seiner Verfahrensordnung (Artikel 2 (4)) keine Stellungnahme abgeben, da die Bewerbung in den Bereich Kunst und Kultur falle.

Der Werberat ist gemäß seinen Statuten nicht für parteipolitische und wahlpolitische Werbung, für Werbung aus dem Bereich Kunst und Kultur sowie von und für Non-Profit-Organisationen zuständig. (red, derStandard.at, 14.5.2014)

  • Ball-Organisator Gery Keszler mit dem Life-Ball-Plakat 2014.
    apa-foto: roland schlager

    Ball-Organisator Gery Keszler mit dem Life-Ball-Plakat 2014.

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