Zeitung wegen Hetze und Homophobie Steuerermäßigung gestrichen: Einstellung

14. Mai 2014, 09:58
7 Postings

Boulevardblatt "Respublika" stellt Printausgabe wegen Wegfall der Mehrwertsteuer-Ermäßigung ein - Minister will strenge Regeln abschaffen

Vilnius - Im April hatte die staatliche Journalisten-Ethik-Kommission (ZLEK) in Litauen bei zwei der einflussreichsten Printmedien des baltischen EU-Mitgliedslandes so schwere Qualitätsmängel festgestellt, dass beide nun den ermäßigten Steuersatz für seriöse Publikationen verlieren.

Das Boulevardblatt "Respublika" kündigte am Dienstag an, nach den Stichwahlen um das Präsidentenamt am 25. April die Printausgabe einstellen zu müssen. Man könne sich die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von neun auf 21 Prozent nicht leisten, hieß es. Von der Entscheidung der Ethik-Kommission betroffen ist auch die mit knapp einer Million Lesern größte Tageszeitung des Landes "Vakaro Zinios".

Laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS droht auch der ebenfalls weit verbreiteten Tageszeitung "Lietuvos Rytas" der Entzug des ermäßigten Steuersatzes. Justizminister Juozas Bernatonis befürchtet nun einen Zusammenbruch der Print-Landschaft und forderte daher eine Änderung des Gesetzes, damit künftig auch wegen schweren ethischen Mängeln kritisierte Medien den ermäßigten Steuersatz nicht verlieren.

Die Presse in dem baltischen Land, allen voran "Respublika", wurde von nationalen und internationalen NGOs immer wieder wegen antisemitischer, homophober, hetzerischer und überzogen reißerischer Berichterstattung kritisiert. (APA, 14.5.2014)

Share if you care.