Verbund schließt fünf Kraftwerke

14. Mai 2014, 11:54
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Temporäre Stilllegung von Mellach sowie Pont-sur-Sambre und Toul in Frankreich - Endgültiges Aus für Dürnrohr und Neudorf/Werndorf II

Wien - Der Energiekonzern Verbund legt seine unprofitablen Gaskraftwerke in Österreich und Frankreich vorübergehend still. Zudem werden das niederösterreichische Steinkohlekraftwerk in Dürnrohr und das ölbefeuerte Fernheizkraftwerk Neudorf/Werndorf II in der Steiermark geschlossen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Temporär stillgelegt werden das Gaskombikraftwerk Mellach in der Steiermark und die französischen Gaskombikraftwerke in Pont-sur-Sambre und Toul. "Das Steinkohlekraftwerk Mellach bleibt zur Fernwärmeversorgung der Stadt Graz weiter in Betrieb", teilte der Verbund ad hoc mit.

Grund für die Schließung sei das Umfeld, der Strommarkt sei aus dem Gleichgewicht gekommen. Angesichts der Verzerrungen sei es aktuell nicht wirtschaftlich, thermische Kraftwerke zu betreiben, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Der Verbund habe ein Jahr lang verschiedene Möglichkeiten geprüft.

Beschäftigt sind in den betroffenen Kraftwerken in Österreich rund 100 Mitarbeiter, 80 davon in Dürnrohr. In den Kraftwerken Pont-Sur-Sambre und Toul sind rund 35 Mitarbeiter beschäftigt. Anzengruber rechnet damit, dass rund die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter in Österreich in anderen Konzernbereichen beschäftigt werden können. Sozialpläne seien vorgesehen.

Vier bis fünf Jahre

Den Zeitraum für die vorübergehende Einmottung des Gaskraftwerks Mellach bezifferte Anzengruber mit "sicher vier bis fünf Jahre". Die Prognosen für das wirtschaftliche Umfeld zeigten im Zeitraum 2016/2017/2018 eine beginnende Verknappung am Strommarkt und wieder steigende Großhandelspreise. In Frankreich könnte dieser Zeitraum etwas früher kommen. Ein Gaskraftwerk könne 40 bis 45 Jahre laufen.

Gaskraftwerke sind in Europa derzeit generell unrentabel, auch deutsche Energiekonzerne kündigten bereits Stilllegungen an. Bis ein Kraftwerk eingemottet ist, dauert es ein halbes bis ein dreiviertel Jahr an, so der Verbund-Chef, etwa genauso lange dauere dann wieder eine Inbetriebnahme. Begonnen werden könnte mit den Vorbereitungen zu den Stilllegungen nach der Genehmigung durch den Aufsichtsrat. Die wirtschaftlichen Effekte bezifferte der Verbund heute nicht.

Weiter in Betrieb bleiben wird das Steinkohlekraftwerk Mellach zur Fernwärmeversorgung der Stadt Graz. Die entsprechenden Verträge laufen bis 2020. Anzengruber betonte, der Verbund sei offen für weitere Gespräche über die Fernwärmeversorgung von Graz aus emissionsarmer Gaskraft. Auf die thermischen Kraftwerke entfallen rund zehn Prozent der Verbund-Erzeugungskraft. (APA, 14.5.2014)

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