Gespräche über iranisches Atomprogramm in Wien

14. Mai 2014, 14:14
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Endgültiges Abkommen zur Beilegung des Atomstreits erwartet - Ashton-Sprecher: "Neue Phase"

Teheran/Wien - Die Atomgespräche mit dem Iran sind laut dem Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Michael Mann, in einer "neue Phase" . Nun müsse ein Entwurf für ein endgültiges Abkommen geschafft werden, so Mann am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Der Auftakt der neuen Runde sei jedenfalls "freundlich" gewesen.

"Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif hatten ein informelles Abendessen - in einer freundlichen Atmosphäre, wie es hieß. Am Mittwoch gab es um 10.00 Uhr bereits erste Gespräche. Beide Seiten würden am Nachmittag weiterverhandeln. Es würden "schwierige Gespräche werden, aber beide Seiten seien gewillt, die Hindernisse zu überbrücken", ergänzte der Sprecher.

Die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland (5+1-Gruppe) wollen mit Teheran ein endgültiges Abkommen formulieren, um den jahrelangen Streit um das iranische Nuklearprogramm zu beenden.

Iranischer Außenminister optimistisch

Der iranische Außenminister Zarif bleibt optimistisch. "Mit viel Respekt, harter Arbeit und einem starken Willen beider Verhandlungsseiten können wir Ergebnisse liefern", zeigte sich der iranische Chefdiplomat überzeugt.

In der neuen Gesprächsrunde soll es um die konkrete Ausarbeitung des Abkommens gehen, das dem Iran erlauben soll, die Atomtechnik zu friedlichen Zwecken zu nutzen, aber dauerhaft verhindern soll, dass sie zur Entwicklung von Atomwaffen verwendet wird. Hauptstreitpunkte bleiben die Urananreicherung und der Schwerwasserreaktor von Arak. Im Gegenzug will der Westen im Falle einer Einigung die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran Schritt für Schritt suspendieren.

Kritik iranischer Hardliner

Die Hardliner und Ultrakonservativen im Iran haben Zarif unterdessen davor gewarnt, im Atomstreit einen zu "weichen" Deal mit dem Westen abzuschließen. Mehrere konservative Abgeordnete und Geistliche ließen dem Verhandlungsteam via iranischer Medien ausrichten, dass die Rechte des Iran bei einer etwaigen Übereinkunft mit dem Westen "um keinen Millimeter beeinträchtigt werden dürften". Irans Oberster Geistlicher Führer Ayatollah Ali Khamenei hingegen unterstützt das Atomteam und rief alle Kräfte im Iran auf, den Verhandlern den Rücken zu stärken. (APA, 14.05.2014)

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