Kein Austausch entführter Mädchen gegen islamistische Häftlinge

14. Mai 2014, 23:45
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Nigerianischer Präsident weist Boko-Haram-Vorschlag zurück

Abuja/London - Nigerias Präsident Goodluck Jonathan lehnt einen Austausch der entführten Mädchen gegen Häftlinge der radikalislamischen Boko-Haram-Rebellen ab. Das sagte der für Afrika zuständige Minister Großbritanniens, Mark Simmonds, am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem nigerianischen Staatschef in Abuja.

"Er hat sehr klar zu verstehen gegeben, dass es keine Verhandlungen mit Boko Haram geben wird, die den Austausch der Schülerinnen gegen Gefangene vorsehen", ergänzte Simmonds. Großbritannien habe Nigeria zudem weitere Unterstützung einschließlich Überwachungsflugzeuge angeboten. Nigeria habe das Angebot angenommen.

Rebellenchef Abubakar Shekau hatte den Austausch vorgeschlagen. Boko Haram hatte Mitte April rund 250 Mädchen aus einer Schule entführt. Etwa 200 sollen sich noch in der Gewalt der Sekte befinden. Die Gruppe hatte damit gedroht, die Kinder als Sklaven zu verkaufen.

Boko Haram kontrolliert weite Teile im Nordostens Nigerias. Die Gruppe will einen islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia (Islamisches Recht) errichten. Ihr werden zahlreiche tödliche Anschläge der vergangenen Jahre zugeschrieben.

Drohnen eingesetzt

Die USA setzen bei ihrer Suche nach den mehr als 200 in Nigeria verschleppten Schülerinnen auch Aufklärungsdrohnen ein. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte am Mittwoch, dass neben einem bemannten Aufklärungsflugzeug ebenfalls eine Drohne vom Typ Global Hawk über dem westafrikanischen Land fliege.

Die in großer Höhe fliegende Global Hawk kann mit Radar und ausgetüftelten Sensoren täglich eine Fläche von rund 100.000 Quadratkilometern unter die Lupe nehmen. Sowohl die Drohne als auch das Turbopropflugzeug MC-12 sind den Angaben zufolge unbewaffnet.

Die US-Regierung hatte bereits am Montag erklärt, die Suche nach den entführten Mädchen in Nigeria mit Aufklärungsflügen voranbringen zu wollen, aber zunächst keine Details genannt. Washington unterstützt die Regierung in Abuja auch mit einem Expertenteam, dem Militärangehörige des US-Regionalkommandos für Afrika (AFRICOM), FBI-Polizisten sowie Mitarbeiter des Außenministeriums und der US-Entwicklungshilfebehörde USAID angehören. (APA, 14.5.2014)

  • Proteste in Lagos.
    foto: reuters/akinleye

    Proteste in Lagos.

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