Peter Schäfer bekommt hoch dotierten Leopold-Lucas-Preis

13. Mai 2014, 21:13
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50.000 Euro für den "persönlichen Beitrag zum Verstehen der Völker und Kulturen"

Tübingen - Der Judaist Peter Schäfer hat den mit 50.000 Euro dotierten Leopold-Lucas-Preis verliehen bekommen. Die Auszeichnung der Universität Tübingen ist einer der höchstdotierten Preise für Geisteswissenschafter in Deutschland. Der 70-Jährige habe durch seine Forschung zum Judentum "einen persönlichen Beitrag zum Verstehen der Völker und Kulturen geleistet", lobte die Jury am Dienstagabend.

Schäfer hat bis zu seiner Emeritierung als Professor an der US-Elite-Universität Princeton geforscht und gelehrt. Unter anderem habe er sich mit den Beziehungen zwischen Judentum und Christentum auseinandergesetzt und die Gründe für die Entstehung des Antisemitismus erforscht. "So zählt er zu den bedeutendsten Judaisten der Gegenwart und strahlt weit über die Grenzen des Faches hinaus", betonte die Jury.

Leopold-Lucas-Preis

Der Leopold-Lucas-Preis wird jährlich für Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte und der Philosophie verliehen. Er erinnert an den jüdischen Religionswissenschaftler Leopold Lucas, der in Tübingen promovierte und im Konzentrationslager Theresienstadt umgebracht wurde. Der Preis wurde zu Lucas' 100. Geburtstag im Jahr 1972 von seinem Sohn gestiftet. Unter den bisherigen Preisträgern sind der katholische Theologe Karl Rahner und der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper. (APA, 13.05.2014)

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