Yilmaz Dziewior verlässt Kunsthaus Bregenz

13. Mai 2014, 16:30
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Wechselt vom Kunsthaus Bregenz als Direktor nach Köln. Ab Februar 2015 wird er das Museum Ludwig leiten

Bregenz – Das Bedauern in Bregenz ist groß. "Yilmaz Dziewior hat das Kunsthaus hervorragend geführt, er hat wichtige Positionen hereingebracht, das Haus weiterentwickelt", sagt Werner Döring, Geschäftsführer der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft. Er habe aber Verständnis für den Wechsel in die Topliga, sagt der Eigentümervertreter.

"So ein Angebot kann man nicht ablehnen", sagt Yilmaz Dziewior zu seinem Wechsel nach Köln. Das Museum Ludwig entspreche seiner grundsätzlichen Fragestellung, sagt Yilmaz Dziewior, der zeitgenössische Kunst auch aus Teilen der Welt in Bregenz ausgestellt hat, die gemeinhin als "Entwicklungsländer" abgetan werden. Ludwig habe bereits in den späten 1980er-Jahren Kunst aus Asien, Südamerika und Afrika gesammelt, "als noch niemand von Globalisierung gesprochen hat". Damit entspreche die Sammlung des Kölner Hauses ganz seinen Intentionen, sagte Dziewior zu derStandard.at.

Bregenz verlasse er dennoch mit einem weinenden Auge, sagt der im Rheinland Geborene. Er freue sich, wieder in die Heimat zurückzukommen, habe aber in Bregenz beste Arbeitsbedingungen vorgefunden. Dziewior leitet das KUB seit 2009. Seine Arbeit findet international Beachtung - und auch in Wien. Er wurde erst kürzlich von Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) beauftragt, den österreichischen Pavillon der Kunst-Biennale Venedig 2015 zu kuratieren.

Dziewior übernimmt die Leitung in Köln von Katia Baudin, die das Haus seit Februar des Jahres interimistisch leitet. Der Direktorenposten ist seit dem überraschenden Abgang Philipp Kaisers vakant. Der Schweizer ging Ende 2013 nach nur 15 Monaten als Direktor aus familiären Gründen nach Las Vegas zurück. Vor Kaiser hatte Kasper König zwölf Jahre lang das Museum Ludwig geleitet.

Mit der Ausschreibung der KUB-Leitung hat man in Bregenz keine Eile. Das Programm stehe bis Ende 2015, sagt Werner Döring. Man könne sich in Ruhe auf die Suche machen. (jub, derStandard.at, 13.5.2014)

  • Bald in Köln: Yilmaz Dziewior.
    foto: rudolf sagmeister

    Bald in Köln: Yilmaz Dziewior.

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