Amnesty: Angst vor Folter auch in der EU

13. Mai 2014, 15:53
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Quälen von Menschen zum Schutz der Öffentlichkeit in China und Indien akzeptiert

Wien - In Unterzeichnerstaaten der Europäischen Menschenrechtkonvention ist die Sache eigentlich klar: "Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden", lautet der dritte Paragraf. Eine Studie im Auftrag von Amnesty International weckt Zweifel, ob selbst in der EU dieser Grundsatz gilt.

Nur 34 Prozent der Griechinnen und Griechen beispielsweise sind überzeugt, im Falle einer Verhaftung durch Polizei oder Justiz nicht gefoltert zu werden. Auch in Spanien sind es mit 47 Prozent nicht einmal die Hälfte, in Deutschland ebenso nur zwei Drittel. Einzig in Großbritannien scheint sich die Bevölkerung relativ sicher zu fühlen: 83 Prozent gehen davon aus, korrekt behandelt zu werden.

Über 21.000 Menschen in 21 Staaten wurden weltweit für die Untersuchung befragt. Dass Folter nicht in Ordnung ist, sehen 82 Prozent so. Aber nicht uneingeschränkt. Wenn Menschen zur "Beschaffung von Informationen zum Schutz der Öffentlichkeit" gequält werden, ist das für drei von vier Chinesen und Indern in Ordnung. Auch 45 Prozent der US-Amerikaner haben damit kein Problem. In Großbritannien, Deutschland, Spanien und Griechenland sind dagegen maximal 30 Prozent dieser Meinung. (moe, DER STANDARD, 13.5.2014)

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