Höheres Hirntumor-Risiko bei häufiger Handynutzung

13. Mai 2014, 16:00
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Französische Forscher berichten von Zusammenhang ab 15 Stunden monatlicher Mobiltelefonie

Paris - Mobiltelefone sind womöglich doch gesundheitsschädlicher als gedacht: Wer mehr als 15 Stunden pro Monat mit dem Handy telefoniert, hat ein erhöhtes Risiko, bestimmte Gehirntumore zu entwickeln, berichten französische Wissenschafter aktuell im Fachblatt "Occupational and Environmental Medecine".

Dieses Ergebnis bestätige ähnliche internationale Studien aus jüngster Zeit, hob die Forscherin Isabelle Baldi hervor. Baldi und ihre Kollegen hatten von 2004 bis 2006 die Auswirkungen von Handynutzung in Frankreich untersucht.

Risiko verdreifacht

Der Studie zufolge haben Menschen, die ihr Handy mehr als 15 Stunden pro Monat über fünf Jahre hinweg nutzen, ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, einen Hirntumor zu entwickeln. Diese sogenannten Gliome könnten gut-, aber auch bösartig sein. Die Gruppe der intensiven Handynutzer hatte demnach auch ein höheres Risiko, ein - meist gutartiges - Meningeom zu entwickeln, einen Tumor an der Hirnhaut.

Die Wissenschafter hatten 253 Gliom-Fälle und 194 Meningeom-Fälle zwischen 2004 und 2006 untersucht. Sie verglichen diese mit 892 gesunden Erwachsenen, die repräsentativ für die Bevölkerung ausgewählt wurden. Bei ihrem Ergebnis rechneten die Forscher andere Risikofaktoren für Hirntumore mit ein sowie die Tatsache, dass lediglich 14 Prozent der Befragten angab, eine Freisprecheinrichtung zu verwenden, die es erlaubt, das Handy nicht ständig am Ohr halten zu müssen.

Baldi verwies darauf, dass die Handynutzung seit Mitte der 2000er-Jahre zwar deutlich zugenommen habe, die Geräte inzwischen aber weniger Strahlung aussendeten.

Die größte Studie zu den Gesundheitsrisiken durch Handys wurde 2010 veröffentlicht und umfasste 13 Länder. Der sogenannten Interphone-Studie zufolge war das Gliom-Risiko um 40 Prozent und das Meningeom-Risiko um 15 Prozent bei denjenigen erhöht, die ihr Handy häufig und meist auf derselben Kopfseite benutzten. Die Studie stand allerdings aufgrund methodischer Fehler und Ungenauigkeiten in der Kritik. (APA/red, derStandard.at, 13.5.2014)

  • Eine aktuelle Studie warnt: Vieltelefonierer aufgepasst!
    foto: reuters/fred prouser

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