US-Firmen in Österreich sehen Standort kritisch

13. Mai 2014, 13:35
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Erstmals seit 2011 geben US-Entscheidungsträger mit Firmensitz in Österreich eine negative Einschätzung ab

Wien - Österreich als Wirtschaftsstandort wird von US-Firmen im Land so schlecht bewertet wie noch nie seit Beginn der Umfrage 2011. Erstmals gebe es mit minus drei Punkten eine negative Bewertung, 2011 war der Indikator noch mit 21 Punkten im Plus. Das sei eine "höchst dramatische Entwicklung", sagt Daniela Homan, Executive Director der US-Handelskammer AmCham Austria.

Der Trend zeichne sich seit mehreren Jahren ab, und auch die neue Regierung "hat bisher nicht die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Standortattraktivität gesetzt", so Homan in einer Aussendung. Auch AmCham-Vizepräsident Friedrich Rödler sagt: "Die Erwartungshaltung an die neue Regierung wurde enttäuscht."

Sonderfragen

Die Sonderfragen im Rahmen der aktuellen Erhebung lassen eine weitere Verschlechterung der Standortqualität Österreichs befürchten. 44 Prozent der US-Unternehmen rechnen bei der Unternehmensbesteuerung mit "eher negativen" und zehn Prozent mit "sehr negativen" Auswirkungen auf die Standortattraktivität Österreichs. Auch wenn Gehälter über 500.000 Euro höher besteuert werden, erwarten 38 Prozent negative Folgen.

Trotzdem hat sich aktuell die Stimmung der US-Firmen in Österreich aufgehellt, das zeigt das halbjährliche Business-Barometer. Die aktuelle Lage wird ebenso besser bewertet wie die Aussichten für die nächste Zeit. Ein Viertel der Unternehmen will daher mehr investieren als in den vergangenen zwölf Monaten. 24 Prozent wollen Leute anstellen. Die positive Stimmung sei aber nicht hausgemacht, sondern hänge mit der Entspannung auf den Finanzmärkten und mit dem Wachstum in Exportmärkten, insbesondere in Osteuropa, zusammen.

Für die Erhebung wurden zum siebenten Mal Topentscheidungsträger aus mehr als 100 US-Firmen mit Sitz in Österreich zur aktuellen wirtschaftlichen Lage, einer Einschätzung der Lage für das kommende halbe Jahr und den Perspektiven ihres Unternehmens in Österreich und den USA befragt. (APA, 13.5.2014)

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