Onlinemagazin "Krautreporter" will Gemeinschaft aus Lesern und Redakteuren bilden

13. Mai 2014, 14:47
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Unterstützer-Kampagne gestartet: Für die Finanzierung sind 15.000 Abonnenten nötig, die monatlich fünf Euro zahlen

Berlin -  Am 13. Mai startete die Unterstützer-Kampagne für "Krautreporter", einem neuen Onlinemagagazin, das ganz ohne Werbung auskommen will. 25 deutsche Journalisten haben sich für dieses Medienprojekt zusammengeschlossen. Die Initiatoren sind wie berichtet Sebastian Esser (Gründer Journalismus-Crowdfunding-Plattform Krautreporter, "V.i.S.d.P.", "Spredder"), Philipp Schwörbel (Gründer und Geschäftsführer "Prenzlauer Berg Nachrichten") und Alexander von Streit (Ex-Chefredakteur "Wired", Herausgeber "Vocer").

Gemeinschaft aus Lesern und Redakteuren

"Der Online-Journalismus ist kaputt. Weil vielen Medien Klicks wichtiger sind als Geschichten. Weil niemand mehr den Überblick behalten kann, wenn die Welt nur noch in Eilmeldungen erklärt wird. Weil Werbung nervt, die umständlich weggeklickt werden muss. Weil sich auch in seriösen Online-Medien der Boulevard ausbreitet", heißt es auf krautreporter.de.

"Viele Leser fühlen sich nicht mehr gut informiert vom Journalismus im Netz", so Esser, "sie haben das Vertrauen verloren." "Krautreporter" will das ändern. "Wir wollen keine weitere Eilmeldungs-Maschine erschaffen, sondern mit ruhigem Blick und Hartnäckigkeit die Geschichten aufgreifen, die erzählt werden müssen, aber online zu selten erzählt werden", sagt von Streit. Außerdem will das Magazin Journalismus enger an den Leser rücken. Hangouts, Ortsbesuche, Lesungen und Workshops sind geplant. Es gehe darum, "eine Gemeinschaft aus Lesern und Redakteuren zu bilden, wie es sie bislang noch nicht gab". 

Ziel: 900.000 Euro in vier Wochen

Für die Finanzierung von "Krautreporter" sind 15.000 Abonnenten nötig, die das Angebot mit monatlich fünf Euro unterstützen. Bis 13. Juni sollen also rund 900.000 Euro gesammelt werden. Das schaffe die wirtschaftliche Grundlage für ein Online-Magazin, "das sich nicht mehr an den Klickzahlen für die Werbekunden orientieren muss. Philipp Schwörbel: "Wenn wir nur den Lesern verpflichtet sind, dann können wir uns auf das konzentrieren, was die Leser wollen". Vorbild sei das niederländischen Online-Magazis "De Correspondent", das 2013 innerhalb kurzer Zeit über 17.000 Unterstützer fand und heute bereits über 30.000 Abonnenten zählt. (red, derStandard.at, 13.5.2014)

Nachlese
Qualitätsjournalismus werden - Ein fixes Team - darunter Blogger Stefan Niggemeier, Richard Gutjahr, Jens Weinreich und Thomas Wiegold - sollen dort Texte oder Filme veröffentlichen

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