Gager nicht mehr Austria-Trainer

12. Mai 2014, 21:02
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Nachfolger wird noch gesucht - Sportvorstand Parits bleibt für eine weitere Saison

Wien - Die Wiener Austria hat nach dem verpassten Startplatz in der Europa League Konsequenzen gezogen: Herbert Gager wird als Cheftrainer beim entthronten Meister abgeslöst. Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer erklärte am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung, man befinde sich auf der Suche nach einem Nachfolger.

Ob Gager, dem ein entsprechendes Angebot unterbreitet werden soll, dem Klub in einer anderen Funktion erhalten bleibt, soll sich in den kommenden Wochen entscheiden. Thomas Parits wird nur noch eine weitere Saison als Sportvorstand tätig sein. Der Vertrag mit dem 67-Jährigen wurde verlängert, er soll schon seinen Nachfolger einschulen. Mit der Suche wurde Präsident Wolfgang Katzian beauftragt.

"In den nächsten zwei bis drei Wochen werden wir den neuen Mann bekanntgeben. Wir haben bis gestern nach dem Schlusspfiff mit niemandem geredet, jetzt werden wir uns alle Kandidaten genau ansehen und sorgfältig auswählen", sagte Kraetschmer hinsichtlich der Trainersuche. Gager dankte er für seine Arbeit.

Ortlechner fragt sich

Kapitän Manuel Ortlechner ortete derweil, vom Standard befragt, nach der verpatzten Saison "eine kollektive Leere". Die Austria hatte am Sonntag daheim gegen Sturm Graz mit 1:2 verloren, wurde im letzten Moment von Aufsteiger Grödig überholt und auf Platz vier verdrängt.

Ortlechner sucht nach Erklärungen. "Davor muss man Feststellungen treffen, die richtigen Fragen stellen: Warum waren wir in der Endphase physisch so platt? Wieso konnten wir unser Potenzial fast nie abrufen? Jeder für sich muss die Gründe finden, dann kann man gemeinsam darüber sprechen und Lösungen suchen." Ortlechner lehnt es ab, von einer Blamage zu sprechen. "Das wäre respektlos Grödig gegenüber. Die Tabelle ist der Leistungsnachweis, und da sind sie einen Punkt vor uns. Ich gratuliere." Der Fußball sei mitunter unerklärlich. Dass man mit dem Erfolg nicht umgehen konnte, möchte Ortlechner "nicht mehr hören. Aber ich habe nach dem 4:1 im letzten Spiel der Champions Legaue gegen Petersburg mit einem Uefa-Delegierten gesprochen. Der hat gesagt, es ist ein Wesen des Fußballs, dass Teams, die nicht regelmäßig Europacup spielen, im Alltag oft scheitern."

Stöger-Abgang keine hinreichende Erklärung

Dass der Zerfall mit dem Abgang von Trainer Peter Stöger zu tun gehabt habe, sei keine schlüssige Erklärung. "Klar, dass er ein wichtiges Zahnrädchen war. Vielleicht das Wichtigste. Es hat alles hundertprozentig gepasst, vor allem menschlich. Trotzdem gehören Trainerwechsel zum Geschäft. Er hat mit dem Abgang nach Köln alles richtig gemacht." Im Nachhinein, sagt Ortlechner, "ist man immer gescheiter". In diesen Tagen gehört Conchita Wurst erwähnt. "Vorher haben die Leute gesagt, wie schrecklich, die kann man nicht zum Song Contest schicken. Im Nachhinein war es die beste Entscheidung." Über Stögers Kurzzeitnachfolger Nenad Bjelica und dessen Erben Gager möchte der Innenverteidiger "nichts sagen. Das gehört sich nicht."

Ortlechner hat einen Vertrag bis Sommer 2015. Um die Austria müsse man sich nicht sorgen. "Scheitern ist eine Chance. Sofern man die richtigen Schlüsse zieht." (Christian Hackl + online update - 12.5.2014)

  • Die Wiener Austria trennt sich von Herbert Gager, zumindest was dessen Funktion als Cheftrainer anbetrifft.
    foto: apa: georg hochmuth

    Die Wiener Austria trennt sich von Herbert Gager, zumindest was dessen Funktion als Cheftrainer anbetrifft.

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