Bifie: Richtig redimensionieren

Kommentar12. Mai 2014, 19:11
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Beim Bifie gehört vor allem der politische Einfluss reduziert

Redimensionierung entwickelt sich zum geheimen Motto der laufenden Matura-Saison. Die Unterrichtsministerin droht dem Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) damit, weil die Zentralmatura in den Echtzeittest gestolpert ist. In fünf von 48 Schulen war die Dimension der Mathematik-Testhefte zu klein, weil unvollständig gedruckt. Aber auch bei der guten alten Matura ohne Zusatz "Zentral" gab es eine Panne. Am Akademischen Gymnasium Salzburg pfiff ein Lehrer die Deutsch-Prüfung 50 Minuten zu früh ab - die Schüler störte es nicht, sie haben den Irrtum nicht einmal gemerkt und müssen die Arbeit nun wiederholen, es gilt die bessere Note.

Redimensionierung ist in der Tat ein gutes Stichwort, wenn es um das mittlerweile als zerrüttet zu beschreibende Verhältnis zwischen SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek und dem für viele ganz praktischen Watschenbaum Bifie geht. Aber dann bitte richtig redimensionieren - und das Richtige! Es ist zuallererst der politische Einfluss im und auf das Bifie, der reduziert gehört. Den politischen Zurufen und Schließungsdrohungen gehört ein Ende gemacht. Maulkörbe bei unliebsamen Ergebnissen und staatlich verweigerte Rechte des Zugriffs für die Scientific Community auf Bifie-Daten sind ein No-Go. Diese gesetzlichen Möglichkeiten des Zugriffs auf ein Forschungsinstitut - auch wenn es für die Republik arbeitet - sind Konstruktionsfehler. Es sei denn, die Politik will sich unfreie Wissenschaft leisten. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 13.5.2014)

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