Iran: Zuversicht vor Atomgesprächen in Wien

12. Mai 2014, 17:24
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Regierung übernimmt 90 Prozent der Behandlungskosten in staatlichen Krankenhäusern.

In Teheran überwiegt die Ansicht, dass bei den Atomgesprächen in Wien ab Dienstag eine Einigung tatsächlich greifbar sein könnte. Außenminister Javad Zarif konnte zuletzt in dieser Sache die Parlamentarier auf seine Seite ziehen. Kritische Bemerkungen des religiösen Führers Ali Khamenei wurden in letzter Zeit immer rarer, und sogar die konservative Zeitung Keyhan vermeidet, Präsident Hassan Rohani zu attackieren.

Dessen Regierung hat mit Gesetzesnovellen, vor allem im Gesundheitswesen, den Kritikern den Wind aus den Segeln genommen. Ab sofort sollen alle Iraner ohne Einschränkung krankenversichert sein. Die Regierung übernimmt 90 Prozent der Behandlungskosten in staatlichen Krankenhäusern.

Kontakte zu Westfirmen

Zudem wurde die Justiz beauftragt, alle Daten über finanzielle Ungereimtheiten während der Amtszeit von Mahmud Ahmadi-Nejad zu veröffentlichen und die Schuldigen zu benennen.

Auffallend: Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von Verhandlungen mit westlichen Firmen die Rede ist. Um der stagnierenden Wirtschaft zu helfen, hofft die Regierung, mit positiven Nachrichten aus Wien das Ausland davon zu überzeugen, dass ein neues Zeitalter angebrochen ist.

Das scheinen die westlichen Länder verstanden zu haben - sehr zum Ärger der innenpolitischen Gegner der Regierung, die vom Boykott des Iran enorm profitiert haben und nun fürchten, ihren Einfluss und finanzielle Vorteile zu verlieren. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, 13.5.2014)

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