Schipatschow nach Brutalo-Check gesperrt

12. Mai 2014, 22:40
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Russe streckte Finnen Jormakka nieder, der danach das Bewusstsein verlor - 6:1 der Sbornaja gegen die USA

Minsk - Der russische Eishockey-Nationalspieler Wadim Schipatschow ist nach einem brutalen Check gegen den Kopf des Finnen Pekka Jormakka bei der Weltmeisterschaft in Minsk für drei Spiele gesperrt worden. Das entschied die Disziplinarkommission des Eishockey-Weltverbandes IIHF. Beim 4:2-Erfolg der Russen am Sonntag war der 23-jährige Finne nach dem Check zu Beginn des zweiten Drittels einige Minuten bewusstlos gewesen.

Nur leichte Verletzungen

Der Stürmer hatte dabei noch Glück und zog sich nach Angaben des finnischen Verbandes nur eine leichte Gehirnerschütterung, aber keine ernsthaften Verletzungen zu. Ob er bei der bis zum 25. Mai laufenden WM noch einmal zum Einsatz kommen kann, blieb vorerst offen. Schipatschow war während der Partie nicht bestraft worden, er fehlt dem Rekordweltmeister nun aber gegen die USA, gegen Kasachstan und Lettland.

Jormakka hatte Glück, bei ihm wurde nur eine leichte Gehirnerschütterung festgestellt. Ob der Stürmer bei der WM allerdings noch einmal zum Einsatz kommt, ist offen. Trainer Erkka Westerlund hatte sich nach dem Spiel massiv über die schwedischen Schiedsrichter Marcus Vinnerborg und Mikael Nord beschwert: "Ich wusste nicht, dass wir gegen Russland und Schweden gleichzeitig gespielt haben."

Schipatschjow hatte Jormakka den Ellbogen gegen den Kopf gerammt. Der Finne, der die Attacke von der Seite nicht sehen konnte, war vier Minuten lang bewusstlos und wurde auf einer Trage fixiert. Bei den Untersuchungen im Krankenhaus wurden keine Knochen- und Muskelverletzungen festgestellt. Die Unparteiischen werteten den Check als regelkonform. Dem widersprach der Disziplinarausschuss. Schipatschjow hätte mit einer Matchstrafe belegt werden müssen, teilte die IIHF mit.

Gastgeber auf Viertelfinalkurs

Am Montag kassierten die Schweiz und die Slowakei, Vize-Weltmeister der zwei jüngsten Titelkämpfe, ihre dritte Niederlage. Die Eidgenossen mussten sich Weißrussland mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) geschlagen geben, die Slowaken blamierten sich mit einem 3:5 (1:0,2:1,0:4) gegen Frankreich .

Das Team Weißrusslands feierte in Gruppe B seinen zweiten Sieg im dritten Match und darf damit weiter auf das Viertelfinale hoffen. Michail Grabowski erzielte im Finish (58.) den Siegestreffer. Frankreich drehte in der Gruppe A die Partie gegen die Slowakei, machte im Schlussabschnitt aus einem 1:3 ein 5:3 und feierte den zweiten Sieg nach dem Auftakt-Erfolg gegen Kanada im Penaltyschießen.

Im Abendspiel zeigten sich dann die Russen weiterhin souverän, jüngstes Opfer der Mannschaft von Trainer Olegs Znaroks wurden am Montag in Gruppe B die USA, die mit 1:6 (0:2,1:4,0:0) untergingen. In der Gruppe A feierte Olympiasieger Kanada einen mühevollen 4:3 (1:1,3:0,0:2)-Sieg über Tschechien.

Scheibenschießen gegen die USA

Die Russen veranstalteten vor 14.124 Zuschauern in Minsk ein munteres Scheibenschießen gegen mitunter hilflose Gegner. Nikolai Kulemin (7.), Alexander Owetschkin (19./Penalty), Wiktor Tichonow (21., 40.), Jewgeni Kusnezow (30.) und Sergej Plotnikow (32.) erzielten die Tore für die nach dem unrühmlichen Olympia-Turnier wiedererstarkte Eishockey-Großmacht. In der Tabelle setzte sich Russland mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen und dem daraus resultierenden Maximum von neun Punkten vorerst mit drei Zählern von der US-Auswahl ab.

Kanada musste für seinen zweiten Sieg hingegen in der Schlussphase noch hart arbeiten. Trotz einer eigentlich komfortablen 4:1-Führung im Rücken wurde es noch einmal eng für den Olympiasieger, nachdem sich die Tschechen durch Jiri Novotny (53.) und Tomas Hertl (54./PP), der nach einem Schuss von Jaromir Jagr abstaubte, wieder herangekämpft hatten. (sid/APA/red - 12.5. 2014)

ERGEBNISSE:

Gruppe A:

Slowakei - Frankreich 3:5 (1:0,2:1,0:4) Nagy (16./SH, 24.), Satan (37./PP) bzw. Amar (27./PP, 51./PP) Roussel (51./PP, 60./empty net), Fleury (57.)

Tschechien - Kanada 3:4 (1:1,0:3,2:0) Cervenka (6.), Nowotny (53.), Hertl (54./PP) bzw. Ward (10.), Turris (24.), MacKinnon (37./PP), Rielly (37./PP)

Gruppe B:

Schweiz - Weißrussland 3:4 (2:1,0:1,1:2) Weber (7./PP), Schäppi (18./SH), Froidevaux (44.) bzw. Kostizyn (6./SH, 50.), Stas (24.), Grabowski (58.)

Russland - USA 6:1 (2:0,4:1,0:0) Kulemin (7.), Owetschkin (19./Penalty), Tichonow (21., 40.), Kuznezow (30.), Plotnikow (32.) bzw. Abdelkader (21.)

  • Nach dem Check an Jormakka musste in der Minsk-Arena das Schlimmste befürchtet werden.
    foto: ap/bandic

    Nach dem Check an Jormakka musste in der Minsk-Arena das Schlimmste befürchtet werden.

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