Die Cannabisplantage im Speckgürtel vor Wien

Fotoreportage23. Mai 2014, 05:30
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In dieser Folge des Fotoblogs "Zehn Bilder": Das Unternehmen Flowery Field betreibt in Brunn am Gebirge südlich von Wien eine rechtlich gedeckte Stecklingszucht mit Hanfpflanzen - inklusive Forschungslabor in einer Filiale in Favoriten

"Wer die Cannabispflanze zum Zweck der Suchtgiftgewinnung anbaut", verstößt gegen das österreichische Suchtmittelgesetz und riskiert eine mehrjährige Haftstrafe. Laut der gängigen Rechtsmeinung wird dieser Zweck allerdings erst erfüllt, wenn die weibliche Staude ihre harzigen Blütenstände ausbildet, die geerntet und getrocknet auch als Marihuana bekannt sind. Vor der Blüte verbietet das Gesetz weder Anbau noch Aufzucht oder Verkauf der Pflanzen.

Diesen Umstand nutzen einige Unternehmen, um die jungen Stecklinge zu vermarkten - oft beworben als Zierpflanzen. Ob die Kunden das Cannabis später zur Blüte bringen, liegt grundsätzlich nicht mehr in der Verantwortung der Unternehmen. Die Firma Flowery Field mit Sitz in Brunn am Gebirge ist laut Geschäftsführer Alexander Kristen die österreichweit größte dieser Art. "Und wahrscheinlich auch europaweit."

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foto: derstandard.at/michael matzenberger

Kristen empfängt mich in einem kleinen Besprechungsraum in einer schmucklosen Produktionshalle. Sie steht zwischen der Industriestraße B und der Industriestraße D im Brunner Gewerbegebiet, nur wenige hundert Meter von der Shopping City Süd und den Vorstadtsiedlungen des Speckgürtels entfernt. Es ist einer der weniger ansehnlichen Orte im Land.

Wer in dem 42-Jährigen einen klischeehaften Kiffer anzutreffen glaubt, liegt ebenso falsch wie jemand, der einen CEO in Anzug und Krawatte erwartet. Kristen trägt Jeans, eine blaue Trainingsjacke und eine schwarze Kappe, während er von seinem Geschäftsmodell erzählt.

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