Werberat ruft zu Werbeverzicht auf Online-Seiten mit illegalem Inhalt auf

12. Mai 2014, 14:43
3 Postings

Ethik-Kodex wird ergänzt - Millionengeschäft finanziert auch Seiten mit rechtswidrigem Inhalt

Wien - Der Österreichische Werberat (ÖWR) verstärkt den Kampf gegen Werbung auf "unethischen Werbeumfeldern". Firmen sollen davon abgehalten werden, ihre Produkte in Medien, insbesondere auf Online-Seiten, anzupreisen, die systematisch illegale Inhalte verbreiten.

Es geht einerseits um Portale, die den Datenschutz oder Urheberrecht verletzen, andererseits um Seiten, die "offenkundig den Bezug zum NS und/oder Tausch von Kinderpornografie, Kriegsmaterial, Waffen, Drogen etc. anbieten", so der Werberat am Montag.

Keinesfalls wolle man Einzelfälle prüfen, schließlich sei der Werberat nicht der Presserat, der redaktionelle Inhalte prüft. Man gehe nur gegen Seiten vor, deren Hauptzweck oder Wirkungsweise gesetzeswidrig ist. Entscheiden und Fälle anprangern sollen die Verbände, nicht der ÖWR selber. Die Verbände sollen für die Richtigkeit ihrer Behauptungen Gewähr leisten. Der ÖWR kann allenfalls Firmen auffordern, eine Schaltung zu entfernen.

Bagatellisiert

Markenwerbung auf unseriösen Seiten könne beim Konsumenten den Eindruck erwecken, dass diese legal sind. Damit werde die Nutzung illegaler Angebote bagatellisiert, hält der ÖWR fest. Außerdem finanzieren sich die Seiten über die Werbung. Die jährlichen Einnahmen der größten illegalen Anbieter werden auf durchschnittlich drei Mio. Euro geschätzt. Insgesamt könnten die Werbeeinnahmen rechtswidriger Seiten 166 Mio. Euro im Jahr betragen. 30 Prozent der erfassten Seiten haben monatlich über eine Million Besucher, sie nehmen 88 Prozent der Werbegelder ein. Neun von zehn einschlägigen Seiten finanzieren sich zumindest teilweise aus Werbung.

Im Ethik-Kodex des ÖWR wurde der Absatz ergänzt: "Werbung soll nicht auf Werbeträgern geschaltet werden, die offensichtlich österreichischen Rechtsvorschriften widersprechen." (APA, 12.5.2014)

Share if you care.