Viele Jobbewerber scheitern an fehlenden Grundkenntnissen

12. Mai 2014, 14:05
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Die Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) hat Personalverantwortliche und Geschäftsführer nach den gewünschten Qualifikationen von Bewerbern befragt

Jobsuchende scheitern bei ihren Bewerbungen vor allem an fehlenden Fach- und Grundkenntnissen. Das zeigt eine am Montag präsentierte Studie der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB). Die Bewerbungen von Frauen werden dabei tendenziell besser bewertet als jene von Männern, jene von Pflichtschulabsolventen schneiden am schlechtesten ab.

Insgesamt sind 14 Prozent der Unternehmen mit der Qualität der Bewerbungen allgemein unzufrieden, 34 Prozent sind dagegen zufrieden. Der Rest urteilte neutral: "Diese 50 Prozent, die sagen: 'Na ja, es geht schon' sollten uns aber nicht zu froh machen", so PbEB-Sprecher Hannes Knett bei einer Pressekonferenz. Die Hauptgründe für die Unzufriedenheit mit den Bewerbungen liegen dabei knapp beieinander: 36 Prozent der Unternehmen vermissten die für den ausgeschriebenen Job nötigen Fachqualifikationen, 35 Prozent überzeugte der persönliche Eindruck nicht, 34 Prozent wiesen mangelnde Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen auf und 28 Prozent bereiteten ihre Bewerbungsunterlagen formal falsch auf. "Letzteres ist das unnötigste, weil das sind reine Hausaufgaben", so Knett.

Frauen schneiden besser ab

Ein Fünftel der Betriebe ortete geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Bewerbungen. Dabei empfanden 88 Prozent jene von Frauen besser.

Umgekehrt wünschen sich die Unternehmen von Bewerbern primär grundlegende Schreib-, Lese- und Rechenkenntnisse: Auf einer Schulnotenskala erreichten diese Kompetenzen einen Wert von 1,21. Auf den Plätzen landete dann ein ganzer Block von persönlichen und sozialen Fähigkeiten wie Engagement, Flexibilität und Sozialkompetenz. „Grundkenntnisse und Soft Skills braucht jeder Beschäftigte, deshalb haben sie für die Unternehmen bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern die größte Bedeutung. Das heißt aber nicht, dass fachliche Qualifikationen und Fremdsprachenkenntnisse nicht wichtig wären, ganz im Gegenteil! Sie sind für viele Tätigkeiten sogar ein entscheidendes Kriterium, um einer bestimmten Person die Stelle anzubieten“, interpretiert PbEB-Sprecher und WIFI-Bildungsexperte Hannes Knett die Ergebnisse.

Denn erst ganz am Ende wurden fachliche Kompetenzen wie kaufmännische (2,15) oder technische Fähigkeiten (2,22) sowie Fremdsprachenkenntnisse (2,76) genannt. Allerdings zeigt die Studie auch, dass das Fehlen einzelner Fachqualifikationen auch deshalb im Bewerbungsprozess eine etwas geringere Bedeutung hat, weil die Unternehmen darauf vertrauen, dass punktuelle fachliche „Wissenslücken“ durch Weiterbildung gut geschlossen werden können.

Konstante Investitionen in Weiterbildung

Für die anlässlich des Tags der Weiterbildung (4. Juni) erstellte Studie wurden im ersten Quartal 2014 500 Personalverantwortliche bzw. Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten befragt. In der PbEB haben sich Anbieter berufs- und wirtschaftsbezogener Aus- und Weiterbildungsaktivitäten zusammengeschlossen, die rund 30 Prozent des Marktes abdecken. Mitglieder sind unter anderem das WIFI, die Akademie der Wirtschaftstreuhänder, Humboldt, die TÜV Austria Akademie und Berlitz.

Insgesamt wollen die Unternehmen heuer ihre Investitionen in Weiterbildung konstant halten. Zwei Drittel haben 2014 gleich hohe Ausgaben wie 2013 dafür vorgesehen. 14 Prozent wollen ihr Weiterbildungsbudget erhöhen, 13 Prozent planen eine Senkung.

Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sich die Unternehmen übrigens durch Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Technik und Produktion sowie Verkaufstraining und Marketing (je 56 Prozent), gefolgt von Persönlichkeitswicklung (51 Prozent). Als eher unwichtig eingestuft werden die Bereiche Recht (drei Prozent), Rechnungswesen (zehn Prozent), Betriebswirtschaft und Umweltschutz (je elf Prozent). (APA/red)

  • Viele Bewerber bringen nicht ausreichende Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen mit.
    foto: apa

    Viele Bewerber bringen nicht ausreichende Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen mit.

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