Des Nachfolgers naheliegende Nagelprobe

12. Mai 2014, 19:52
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Die Nachfolge von Roger Schmidt ist geklärt: Grödigs Erfolgstrainer soll Red Bull in die Champions League führen - Svento nach Köln

Der für Sportdirektor Ralf Rangnick "im wahrsten Sinne des Wortes naheliegende Nachfolger" für Coach Roger Schmidt nahm am Montag seine Arbeit bei Fußballmeister Red Bull Salzburg auf. Adi Hütter stellte sich nach seiner offiziellen Präsentation, der neben Rangnick auch Gérard Houllier, der Global Sports Director von Red Bull beiwohnte, seiner neuen Mannschaft vor. Denn "die emotionale und soziale Bindung zu den Spielern ist mir sehr wichtig". Das sind die Herren Profis gewohnt, das handhabt der 44-jährige Vorarlberger nicht anders als sein 47-jähriger Vorgänger aus dem Sauerland, der die sportlichen Geschicke des Klubs noch die eine Woche bis zum Cupfinale am Sonntag in Klagenfurt gegen St. Pölten lenkt, ehe er sich in die deutsche Bundesliga zu Bayer Leverkusen verabschiedet.

Ziel Champions League

Freilich will Hütter trotz der deutlichen Spuren, die Schmidt in den zwei Jahren seines Wirkens hinterlassen habe, seinen "eigenen Weg zum Erfolg" suchen. Dafür hat er aber sicher nicht jene zwei Jahre Zeit, auf die sein Vertrag vorerst befristet ist. In die Gruppenphase der Champions League sollte er Red Bull Salzburg schon im Spätsommer führen, um dann im Schlaraffenland des europäischen Fußballs "auch etwas zu erreichen" - mit Schmidts Art des Fußballs in Hütter'schem Gewand quasi.

Selbstzweifel plagen den Hohenemser, der 14-mal für Österreich spielte, offiziell nicht. "Ich habe keine Angst", sagt Hütter. Auch das Los nicht weniger Kollegen, die nach glänzender Arbeit bei einem kleinen Verein bei einem größeren Verein flott scheiterten, schreckt den Erfolgstrainer des SV Grödig nicht. Nur wenige Stunden, nachdem er mit dem Aufsteiger eine österreichische Premiere gefeiert und den Europacup-Platz fixiert hatte, wirkte Hütter bei aller immer wieder beteuerten Freude über seine neue Berufung gefasst. Der Abschied von seiner Mannschaft sei schon emotionell gewesen, aber Wehmut habe auch deshalb keinen Platz, weil er "schon jetzt eine vertraute Basis" bei Red Bull Salzburg spüre. Hütter gehörte als Coach der Red Bull Juniors (2007 bis 2009) schließlich schon einmal zur Familie. Eine solche sei Red Bull Salzburg ebenso wie Grödig, beeilte sich Rangnick zu versichern, "nur eben eine etwas größere".

Svento nach Köln

Am 16. Juni nimmt Hütter die Trainingsarbeit mit seiner neuen Mannschaft auf. Die wird nach Rangnicks Willen nicht groß verändert. Am Montag bestätigte er aber den Abgang von Dusan Svento, der zum 1. FC Köln von Peter Stöger wechselt. Dass der Slowake nach fünf Jahren in Salzburg in der deutschen Bundesliga landet - wie vor ihm neben Trainer Schmidt auch Florian Klein (VfB Stuttgart) - gilt Rangnick als Auszeichnung für den Klub. Dabei soll es aber auch bleiben. "Wir geben niemanden ab." Theoretisch möglich wäre ohnehin nur noch der Abgang von Kevin Kampl, der eine Ausstiegsklausel besitzt. "Aber da muss erst jemand kommen, der das bezahlen kann. Und Kevin muss dann auch ausgerechnet dort hinwollen."

Hütter wird neue Spieler bekommen, etwa einen Ersatz für Svento. Mit Rapids Marcel Sabitzer habe es keine Gespräche gegeben, wohl aber mit Ried wegen Oliver Glasner, den die Oberösterreicher als neuen Trainer vermelden. Für Rangnick ist das noch gar nicht so sicher. (Sigi Lützow, DER STANDARD, 13.5.2014)

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