IWF-Chefin: "Ukraine braucht weitaus mehr als 17 Milliarden Dollar"

12. Mai 2014, 08:20
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Die Ansteckungsgefahr der Krise für andere Länder könne man nur ganz schwer voraussagen, so die Generalsekretärin des IWF, Christine Lagarde

Düsseldorf - Die Generalsekretärin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht den Finanzbedarf der Ukraine bei weitem nicht gedeckt. "Die Ukraine braucht weitaus mehr als 17 Milliarden Dollar", sagte Lagarde dem "Handelsblatt". Erforderlich seien bilaterale Hilfen aus dem Ausland und Finanzhilfen von anderen internationalen Finanzinstitutionen.

Die internationale Gemeinschaft habe "da gar keine Wahl", sagte die IWF-Chefin. Die Krise in der Ukraine sei eine Gefahr, die nur sehr schwer messbar sei und deren "Ansteckungsgefahr für andere Länder man kaum vorhersagen kann", warnte Lagarde. "Dennoch kann das schwerwiegende ökonomische Folgen haben."

Der IWF-Verwaltungsrat hatte Anfang Mai zur Stabilisierung der Ukraine 17 Milliarden Dollar (12,34 Milliarden Euro) an Krediten bereitgestellt. Die Kredite des IWF sollen der Ukraine über einen Zeitraum von zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Eine erste Tranche von 3,2 Milliarden Dollar soll umgehend ausgezahlt werden. Die politisch und wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine ist nach Angaben der im Februar an die Macht gelangten Übergangsregierung vom Bankrott bedroht. (APA, 12.5.2014)

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