Deutschland braucht neues Personal

11. Mai 2014, 20:22
45 Postings

Während Bayern München den Meistertitel feierte, suchten andere Vereine Trainer. Thomas Tuchel hörte völlig überraschend in Mainz auf. Trotz eines gültigen Vertrags. Auch Eintracht Frankfurt, Stuttgart und Absteiger Nürnberg sind führungslos

München/Mainz - Die deutsche Bundesliga ist geschlagen, die Bayern sind zum 24. Mal Meister. Trainer Pep Guardiola hat nach dem abschließenden 1:0 gegen Stuttgart die traditionelle Weißbierdusche mannhaft ertragen. Der Spanier verbarg gekonnt seinen Widerwillen. Ob die Saison für die Bayern als gelungen bezeichnet werden kann, wird sich am 17. Mai nach dem Cupfinale in Berlin gegen Dortmund weisen. Aus der Champions League wurden die Münchener von Real Madrid ja brutal verabschiedet.

Neben den Bayern sind auch Dortmund und Schalke fix in der nächsten Meisterklasse, Leverkusen kann sich als Vierter qualifizieren, was den neuen Trainer Roger Schmidt freut. In der Europa League versuchen sich Wolfsburg, Mönchengladbach und Mainz. Abgestiegen sind Nürnberg (schon zum achten Mal!) und Eintracht Braunschweig. Der Hamburger SV muss zwei Relegationspartien überstehen. Schützenkönig wurde der Pole Robert Lewandowski mit 20 Treffern, ab der nächsten Saison dient er den Bayern, in Berlin stürmt er allerdings ein letztes Mal für Dortmund.

Zu haben sind einige Trainerjobs. Thomas Schaaf und Co sollten in den kommenden Tagen ihre Handys besser nicht ausschalten. Für die zurzeit vereinslosen Coaches ist die Chance auf eine Anstellung so groß wie lange nicht. Der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt suchen, Mainz nach dem Theater um Thomas Tuchel notgedrungen auch. Nürnberg fahndet nach einem Mann für die sofortige Rückkehr ins Oberhaus.

Keine Schlammschlacht

Völlig überraschend tat sich die Baustelle in Mainz auf. Nach dem umjubelten Einzug in die Europa League gab der 40-jährige Tuchel bekannt, dass er von seinem bis 2015 gültigen Vertrag zurücktritt. Am Sonntag bestätigte FSV-Manager Christian Heidel, dass die Zusammenarbeit mit Tuchel seit Samstag beendet sei, eine Auflösung des Vertrages komme aber zumindest vorerst nicht infrage. "Klar ist, dass wir den Vertrag nicht auflösen. Ihm ist bewusst, dass ein Vereinswechsel ohne Mainz nicht möglich ist", sagte Heidel, der jedoch "keine Schlammschlacht" haben will: "Ich bin immer gesprächsbereit. Wir werden eine Lösung finden." Heidel bestätigte zudem, dass Tuchel in den vergangenen Monaten mit den Ligarivalen Schalke und Leverkusen hinter seinem Rücken verhandelt habe. Tuchel war zur Pressekonferenz nicht geladen. Armin Veh wird nach seinem freiwilligen Aus in Frankfurt als heißer Nachfolgekandidat von Huub Stevens beim VfB Stuttgart gehandelt. Auch ein Engagement in Mainz erscheint möglich.

"Ich kann mich nur wiederholen. Ich werde eine Entscheidung treffen, zeitnah", sagte Veh. Stevens Abschied erfolgt aus "persönlichen Gründen. Der Akku ist einfach leer, ich muss abschalten und eine Auszeit nehmen." In Frankfurt könnte Bernd Schuster landen, in Nürnberg Christian Nerlinger. (sid, red, DER STANDARD, 12.5.2014)

  • Der Spanier Pep Guardiola musste nach dem letzten Meisterschaftsspiel leiden.
    foto: ap/ andreas gebert

    Der Spanier Pep Guardiola musste nach dem letzten Meisterschaftsspiel leiden.

Share if you care.