Israelischer Autor Oz vergleicht radikale Jugendliche mit Neonazis

15. Mai 2014, 09:36
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"Wir müssen dem Monster ins Gesicht schauen und es beim Namen nennen"

Ramallah/Jerusalem - Der israelische Schriftsteller Amos Oz hat mit einem Vergleich radikaler Jugendlicher aus illegal errichteten Siedlungen mit Neonazis für Empörung gesorgt. Oz kritisierte in einer Ansprache Jugendliche, die Angriffe auf arabischen Besitz begehen.

"Wir müssen dem Monster ins Gesicht schauen und es beim Namen nennen", sagte Oz den Berichten zufolge am Freitag bei einer Feier zu seinem 75. Geburtstag in Tel Aviv. "Wir wollten doch wie alle anderen Völker sein. Wir hatten gehofft, dass der Tag kommen würde, an dem es einen hebräischen Dieb und eine hebräische Hure geben wird. Wir haben auch hebräische Neo-Nazi-Gruppen", sagte Oz.

"Kein Unterschied zu europäischen Neonazis"

Er sehe keinen Unterschied zu heutigen Neo-Nazi-Organisationen in Europa. In Israel erfreuten sich diese Gruppierungen sogar der Unterstützung nationalistischer Abgeordneter, sagte Oz.

Rechtsorientierte Politiker kritisierten Oz' Äußerungen scharf. "Dieser Vergleich führt zu einer schlimmen Herabsetzung des Holocausts", sagte Bauminister Uri Ariel von der Siedlerpartei nach einem Bericht der Zeitung "Jediot Achronot". Man könne "Nazis, deren ganzes Streben die Auslöschung anderer Völker im Namen der Rassenüberlegenheit war", nicht mit Menschen vergleichen, die Graffiti sprühten und Autoreifen zerschnitten. (APA, 11.5.2014)

  • Amos Oz kritisiert die rechte Siedlerbewegung.
    foto: apa/epa/sultan

    Amos Oz kritisiert die rechte Siedlerbewegung.

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