Elternvertreter stellen Zentralmatura auch 2015 infrage

11. Mai 2014, 17:03
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Nach Pannen bei Generalprobe heftige Kritik am Bifie und dem Unterrichtsministerium

Wien - Nach den in der Vorwoche aufgetretenen Pannen bei der "Generalprobe" zur Zentralmatura hegen Elternvertreter Zweifel, dass das Prestigeprojekt von Unterrichtsministerium und Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) im Jahr 2015 flächendeckend an allen AHS durchgeführt werden kann.

Alexandra Lugert, die als eine der beiden Vertreterinnen des Familienbunds im Elternbeirat des Ministeriums sitzt, sagte dem Standard: "Wir hatten immer Zweifel, dass das korrekt umgesetzt werden kann - deshalb hat sich der Elternbeirat ja dafür eingesetzt, dass die Zentralmatura um ein Jahr verschoben wird. Dabei hat man uns immer schöne Präsentationen gezeigt, und die damalige Ministerin Claudia Schmied hat erklärt, dass angeblich alles ganz toll läuft."

Ungewisse Zukunft

Schmieds Nachfolgerin Gabriele Heinisch-Hosek hat nach der Pannenserie im Bifie erklärt, die Nase voll zu haben (der Standard berichtete), wie die Zukunft der Zentralmatura aussehen wird, ist offen.

Lugert, deren Sohn heuer maturiert, kritisiert einen "großangelegten Versuch, bei dem unsere Kinder zu Versuchskaninchen gemacht werden". Die Verantwortlichen für den Versuch würden aber nicht zur Verantwortung gezogen, weil das Bifie "als ausgegliederter und viel zu teurer Apparat Zugriffsschutz genießt. Das Bifie schafft es ja nicht einmal für die paar Schulen, die heuer an der Generalprobe teilgenommen haben, die richtigen Aufgaben in die richtigen Kuverts zu stecken." Die Kritik des mehr als 34.000 Mitglieder starken Familienbunds macht sich aber nicht nur an der Durchführung fest, sondern auch an der Vorbereitung der Schüler auf die Zentralmatura: Zumindest der Lehrplan der ganzen Oberstufe, besser aber auch der der Unterstufe, müsse darauf abstellen. (cs, DER STANDARD, 12.5.2014)

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