Gratisnachhilfe ab Herbst vorerst nur in Volksschulen

9. Mai 2014, 17:17
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Initiative der Stadtregierung kostet 18 bis 20 Millionen Euro

Wien - Ab Herbst 2014 sollen alle Wiener Pflichtschüler die Möglichkeit eines Gratisförderunterrichts bekommen. Mit dieser Ankündigung sorgte Bürgermeister Michael Häupl bei der Klubtagung der Wiener SP Ende März in Rust für Aufregung. 18 bis 20 Millionen Euro pro Jahr lässt sich die Stadt die Initiative kosten. Details zur Umsetzung werden bis Ende Mai von Experten erarbeitet, sagte der zuständige Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch.

Vorerst soll die Maßnahme aber nur in den Volksschulen umgesetzt werden. Erst im Laufe des Schuljahres und wohl nicht vor Februar 2015 soll es Gratisnachhilfe für Schüler in Neuen Mittelschulen (NMS) sowie in AHS-Unterstufen geben.

In Wien gibt es rund 400 Pflichtschulen. Theoretisch soll jede Schule über 22 Wochenstunden zusätzlich für Nachhilfe - und damit über eine volle Lehrkraft - verfügen können. Praktisch dürfte die Nachhilfe in den Volksschulen großteils von vorhandenem Personal übernommen werden. Aber auch zusätzliche Lehrer sollen eingestellt werden, heißt es aus dem Büro Oxonitsch. Wie viele, stehe noch nicht fest. Im Bereich NMS und AHS-Unterstufe wird es eine Kooperation mit Volkshochschulen geben.

"Was hier passiert, ist Förderung mit der Gießkanne", kritisiert VP-Gemeinderätin Isabella Leeb. "Dabei bräuchten wir konkrete Subjektförderung, etwa durch Nachhilfe-Gutscheine für Kinder."

Lehrermangel wie noch vor ein paar Jahren gibt es in Wien laut Stadtschulrat nicht - wohl aber Lehrerbedarf. "Bis 2025 bekommt jeder Junglehrer in Wien fix einen Arbeitsplatz", heißt es dort. Derzeit unterrichten 150 noch nicht fertig ausgebildete Lehrer an Wiener Pflichtschulen. (David Krutzler, DER STANDARD, 10.5.2014)

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