Die Hormone sind nicht unsere Herren

9. Mai 2014, 17:07
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"Schmutzige Gedanken" der Psychologin und Wissenschaftsjournalistin Kayt Sukel

Würde man, ach, sich einen wissenschaftlich-seriösen, klugen und aufschlussreichen Text über den Zusammenhang und die Zusammenarbeit von Gehirn, Gefühlen und Hormonen anhören, wenn der Titel nicht "Schmutzige Gedanken" lauten würde? Die amerikanische Psychologin und Wissenschaftsjournalistin Kayt Sukel, die einst selbst im Bereich Neurowissenschaften an der Harvard University forschte, führt anhand von einleuchtenden Beispielen vor, dass das Gehirn plastisch, somit bis ins hohe Alter formbar ist. Maßgeblich beeinflusst wird es von Umwelteinflüssen und von sozialen Beziehungen und ist so individuell wie der einzelne Mensch.

Und wo bleibt die Liebe? Tatsächlich haben Experimente bewiesen, dass es Liebe gibt und leidenschaftliche Liebe auch über lange Zeit am Leben gehalten werden kann. Entscheidend dabei ist der Oxytocinspiegel, der durch Berührung und Sex angeregt wird. Sukel: "In einer idealen Beziehung sorgt jeder dafür, dass der andere das bekommt, was er braucht."

Gelegentlich ist es fast zu viel der Informationen. Selbstredend ist es schwierig, ein Buch von 304 Seiten auf etwas mehr als eine Stunde zu kürzen. Das ist hier aber durchaus gelungen, auch wenn so manche schöne Episode, etwa jene über einen Orgasmus im Kernspintomografen, es nicht auf den Silberling geschafft hat. (Alexander Kluy, DER STANDARD, 10.5.2014)

  • Kayt Sukel: "Schmutzige Gedanken. Wie unser Gehirn Liebe, Sex und Partnerschaft beeinflusst". € 13,10 / 68 min. Auditorium Maximum, Darmstadt 2014
    coverfoto: auditorium maximum

    Kayt Sukel: "Schmutzige Gedanken. Wie unser Gehirn Liebe, Sex und Partnerschaft beeinflusst". € 13,10 / 68 min. Auditorium Maximum, Darmstadt 2014

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