Ungustl-Terror in ganz Wien

Kolumne9. Mai 2014, 17:00
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Wer uns das Leben zur Hölle macht

Für den Fall, dass Sie nicht aus Wien, sondern von auswärts sind: meinen Glückwunsch. Wir Wiener haben nämlich seit Wochen den Eindruck, als hätten sich sämtliche Ungustln, Untame und Unholde der Stadt verschworen, uns kollektiv das Dasein zu vermiesen. Im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt wird tagaus, tagein so mutwillig herumgefotzt, -gebirnt und -geboxt, dass inzwischen selbst unserem leutseligen Bürgermeister Häupl der Spritzwein im Goder steckengeblieben ist.

Den Vogel hat freilich ein Greis abgeschossen, dem nichts Klügeres einfiel, als grundlos Passantinnen im Prater mit dem Schnitzelklopfer eins drüberzubraten. Als Zusatzbeweis für die anhaltende Beständigkeit des Schlechten stellte sich heraus, dass dieser frauenfeindliche Bosnigl nicht nur das "Phantom vom Prater" war, sondern, wie die Krone enthüllte, ein Gesetzesbrecher, der sich bereits in den 1980ern seine kriminellen Sporen als sogenannter "Satan von Ottakring" verdient hat.

Mit diesem diabolischen Titel reiht sich der Schnitzelklopfer in eine Reihe notorischer Tunichtgute ein, als da wären der Puderant aus Penzing, der Saubär aus Sievering und das Lulu von der Landstraße. Hier noch einige Hinweise auf ein paar besonders penetrante Unterweltfiguren, die uns das Leben zur Hölle machen:

  • Der Zuckerteixl aus der Wollzeile. Als vermeintlich argloser Wald-und-Wiesen-Gastronom verkleidet, kühlt er sein sadistisches Mütchen an seinen Angestellten und setzt sie schnurstracks auf die Straße, sobald sie auch nur einen Zuckerkristall zu viel auf ihre Erdbeeren gegossen haben.
  • Der Beutelschneider aus der Johannesgasse. Kennt nur ein Ziel, das er mit viel krimineller Energie betreibt: den Steuerzahler bis aufs Existenzminimum auszusackeln. Bevorzugte Waffen: ständige Verweise auf die Kosten der Hypo-Pleite; Einlullen der Öffentlichkeit mit Fadgas in großen Dosen.
  • Das Phantom vom Ballhausplatz. Täuscht die Bürger über seinen Lebenswandel als überbezahlter Minderleister hinweg, indem er sich jeder Debatte, die über den Radius seines Kabinetts hinausreicht, konsequent entzieht ("SP-Modell Wagenburg").
  • Das Unschuldslamm von den Freiheitlichen. Versucht so zu tun, als wäre er das reinste Lamperl und kennte Haider und die Hypo nur vom Hörensagen. Dafür weiß er genau, wer an allem schuld ist: die Kümmeltürken und die Neger. Wer denn sonst? (Christoph Winder, Album, DER STANDARD, 10./11.5.2014)
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