Wiener Floridita in Konkurs

9. Mai 2014, 14:23
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Ex-Chef kündigte Pachtvertrag

Wien - Die Wiener Salsabar Floridita in der Wiener Innenstadt musste Konkurs anmelden. Schon seit Anfang Februar wird dort nicht mehr getanzt, weil den Betreibern das Lokal abhandengekommen ist. Der Grund: Der langjährige Geschäftsführer hat den Pachtvertrag gekündigt. Die Eigentümer haben daraufhin den Geschäftsführer abgesetzt und auch eine Strafanzeige gegen ihn eingebracht.

Am Donnerstag wurde am Handelsgericht Wien das Konkursverfahren über die Floridita Gastronomie- und Veranstaltungs-GmbH eröffnet, teilten die Kreditschutzverbände KSV und AKV am Freitag mit.

Die Schuldner werfen dem von 2003 bis Februar 2014 amtierenden Geschäftsführer treuwidriges Verhalten vor, wie aus dem Konkursantrag hervorgeht. Das soll zur Beendigung des Pachtvertrags zwischen der verschuldeten GmbH und dem Mieter des Geschäftslokals geführt haben, so der KSV. Dem geschassten Chef gehörten auch 22 Prozent der Firma.

Weiterführung nicht möglich

Eine Weiterführung des Lokals an derselben Adresse war daher nicht möglich. Insidern zufolge ist es aber vorstellbar, dass das Floridita andernorts neu aufmacht. Die kubanische Bar galt als Hotspot der heimischen Salsaszene.

Die Schulden sind mit 150.000 Euro überschaubar. Davon entfallen 15.000 Euro auf die Krankenkassen und 18.000 Euro aufs Finanzamt - beides keine außergewöhnlich hohen Beträge. Die Aktiva wurden mit rund 90.000 Euro beziffert. Was jedoch noch zum Streit führen könnte: Von der 60.000-Euro-Stammeinlage sind 30.000 Euro noch offen, wie KSV-Experte Roman Tahbaz der APA sagte.

Offiziell ist von der Insolvenz nur ein Dienstnehmer, nämlich der neue Geschäftsführer, betroffen. Dieser ist ebenfalls gleichzeitig Gesellschafter, er hält 21 Prozent an der GmbH. Insgesamt hat das Floridita laut "FirmenCompass" neun Eigentümer. Die Zahl der Gläubiger bewegt sich zwischen 30 und 40. Über das berufliche Schicksal der früheren Kellner und Tanzlehrer ist derzeit nichts bekannt.

Der genaue Hintergrund des Streits liegt noch im Dunkeln. Am 17. März schrieb der neue Geschäftsführer auf der Facebook-Seite des Lokals von einem "abrupten und überraschenden Ende" nach elfjähriger Existenz, das durch eine "einseitige und unautorisierte Entscheidung des ehemaligen Geschäftsführers" erfolgt sei. "In den letzten Wochen haben wir vergeblich versucht, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen." Näher könne man sich nicht zu den Geschehnissen äußern. (APA, 9.5.2014)

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