Viel Medienecho für Conchita Wurst

9. Mai 2014, 13:05
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Zahlreiche Medien fokussieren in ihrer Berichterstattung über das zweite Semifinale ganz auf die österreichische Teilnehmerin

Conchita Wurst hat es nicht nur ins Finale des Song Contest geschafft, sondern auch einen großen Teil der internationalen Berichterstattung zum Event auf sich gezogen. So titelt "Spiegel Online" zum Ergebnis des zweiten Halbfinales mit "Tolle Wurst!" und schreibt: "Wie immer es am Samstag ausgeht, der Halbfinal-Triumph des Travestiekünstlers Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst (Album-Titel 'The Wiener Takes It All') ist schon jetzt eine der schönsten Geschichten, die man sich später über diesen Eurovisions-Wettbewerb erzählen wird."

Nachdem eine konservative Gruppe vor einigen Tagen zu einer Boykottpetition gegen Wurst aufgerufen habe, habe sich die Damenbart-Trägerin im Wettkampf umso tapferer geschlagen und "konnte in einer Show voller musikalischer Mittelmäßigkeiten mit Glamour und Würde punkten", so der "Spiegel". Ihre Darbietung sei eindeutig eine der besten im zweiten Halbfinale gewesen.

In seinem "Am Samstag geht es um die Wurst" übertitelten Tagebucheintrag aus Kopenhagen schreibt Peter-Philipp Schmitt für faz.net: "Es gibt 'Käsekuchen' aus Weißrussland und gut gefüllte Dekolletés aus Polen. Doch über allen strahlt eine Kolumbianerin aus Wien." Spätestens jetzt müsse die kontroversielle Travestiekünstlerin auch zu den Favoriten gezählt werden. Allerdings nur, wenn sie ihre Sicherheit wiedererlange. Man habe ihr im Halbfinale am Donnerstagabend angesehen, wie hochnervös sie gewesen sei: "Sie meisterte ihren Auftritt zwar, und stimmlich beherrschte sie auch ihr 'Rise Like A Phoenix', aber längst nicht mit der Souveränität wie bei der Generalprobe am Abend zuvor."

Prasselnder Applaus

Auch Jan Feddersen fokussiert in seiner ESC-Kolumne auf taz.de ganz auf Wurst, die während ihres Vortrags prasselnden Beifall von den meisten der 12.000 Zuschauer erhalten habe und völlig zu Recht im Finale stehe. Die Inszenierung des Auftritts als sensationell attraktive Frau, die aus dem Schatten des Bühnenlichts tretend vollbärtig als Mann kenntlich wird, sei beinahe totalitär gewesen, "nichts neben ihr schien mehr zu zählen". Applaus habe es für Wurst auch im Pressezentrum gegeben, als sie auf eine "wirklich bescheuerte Nachfrage", ob sie, die als Drag Queen performt, eine Frau werden wolle, klarstellte: "Nein, ich bin ein Mann und bleibe es."

Die "Süddeutsche" hält fest: "Bei keinem der insgesamt 15 Halbfinalisten gab es einen vergleichbaren Jubel. Für das Finale am Samstag dürfte Conchita Wurst nun als Favoritin gelten."

Auch nichtdeutschsprachige Zeitungen betiteln und bebildern ihre Artikel zum zweiten Semifinale mit Conchita Wurst, etwa der britische "Independent", der "Ms Wurst" schon im Vorfeld viel Aufmerksamkeit schenkte. Ebenso das Boulevardblatt "Metro", das mit "Eurovision 2014: Everything you need to know about Conchita Wurst, Austria's Eurovision entry" titelt. Laut der spanischen Onlinezeitung "Público" ist Wurst "la gran triunfadora" des zweiten Semifinales und bei den Wetten auf den Sieger auf Platz drei. Das schwedische "Aftonbladet" nennt Wurst "den fantastiska divan" und "kritikernas favorit". (jak/glicka, derStandard.at, 9.5.2014)

Nachlese Liveticker zum zweiten Semifinale

Conchita schafft es: Österreich im Finale des Song Contest

  • Auch internationale Medien konzentrieren sich in ihrer Berichterstattung über das zweite Song-Contest-Finale auf den Auftritt von Conchita Wurst.
    foto: apa/orf/milenko badzic

    Auch internationale Medien konzentrieren sich in ihrer Berichterstattung über das zweite Song-Contest-Finale auf den Auftritt von Conchita Wurst.

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