Zehntausende Isländer sollen Privatfirma DNA-Proben geben

9. Mai 2014, 11:16
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Der US-Biotechnologieriese Amgen möchte die DNA von mehr als 100.000 Isländern sammeln, um Krankheiten wie Krebs und Diabetes zu erforschen

Mehr als 100.000 Isländer sollen einer Privatfirma zu Forschungszwecken DNA-Proben geben. Das Nationale Bioethik-Komitee habe dem Vorhaben einstimmig zugestimmt, so dessen Vorsitzender Kristjan Erlendsson.

Weil die Teilnahme freiwillig sei und Teilnehmer ihre Daten auch noch im Nachhinein löschen lassen könnten, habe das Komitee "keinen Grund gesehen", das Vorhaben abzulehnen, sagte er der Zeitung "Frettabladid".

Anonymisierte Auswertung

Hinter der Erbgut-Sammlung steht die isländische Tochter deCODE Genetics des US-Biotechnologieriesen Amgen, die in ihrer Datenbank bereits die genetischen Fingerabdrücke von 120.000 Isländern gespeichert hat. Sie will mit den anonymisierten Daten nach eigenen Angaben die genetischen Ursachen von Krankheiten wie Krebs und Diabetes erforschen.

Das Unternehmen hat bereits zahlreichen Isländern Spatel zugeschickt, mit denen sie selbst eine Speichelprobe entnehmen sollen. Zusammen mit einer Einverständniserklärung sollen sie ihre DNA-Probe per Post an die Firma schicken oder sie am Samstag bei der Rettungsgesellschaft Landsbjörg abgeben, die für jede Probe 2000 Kronen (knapp 13 Euro) erhält. (APA, derstandard.at, 9.5.2014)

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