Südsudan-Krise: Kiir und Machar zu direkten Gesprächen in Äthiopien

9. Mai 2014, 15:25
posten

Wenig Zuversicht über Annäherung der Konfliktparteien

Juba/Addis Abeba - Erstmals seit dem Beginn der blutigen Gewalt im Südsudan sind Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar am Freitag zu direkten Friedensgesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eingetroffen. Delegationen der Regierung und der Rebellen ringen seit Monaten vergeblich um eine Friedenslösung für das ostafrikanische Land.

Wie lange die Gespräche dauern werden, war unklar. Jedoch zeigte sich die Rebellendelegation am Morgen kaum zuversichtlich, dass die Konfliktparteien sich annähern werden.

Waffenruhe missachtet

"Die Regierungstruppen missachten weiterhin die vereinbarte Waffenruhe und haben erst heute Morgen unsere Männer in den Bundesstaaten Unity, Oberer Nil und Jonglei angegriffen", erklärte der Militärsprecher der Rebellen, Lul Ruai Koang, Journalisten. "Kiir treibt den Krieg voran, er meint es nicht ernst mit den Friedensbemühungen."

Kiir und Machar hatten nach Gesprächen mit US-Außenminister John Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erst vor wenigen Tagen einem persönlichen Treffen zugestimmt. Wegen der Gewalt, die nach einem politischen Machtkampf im Dezember eskaliert war, wurde bereits mindestens eine Million Menschen vertrieben. Experten befürchten eine humanitäre Katastrophe in dem erst 2011 unabhängig gewordenen Land. (APA, 9.6.2014)

Share if you care.