Japaner wegen Waffen aus 3-D-Drucker festgenommen

9. Mai 2014, 10:15
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Zwei der Pistolen waren schusstauglich - Erste Festnahme auf Basis des Waffengesetzes

Weil er für sich funktionstüchtige Waffen hergestellt hat, ist ein 27-jähriger Japaner in Kawasaki festgenommen worden. Was angesichts von Japans strengen Waffengesetzen nicht verwundern mag, stellt trotzdem ein Novum dar, denn alle fünf beschlagnahmten Pistolen wurden mit Hilfe eines ebenfalls konfiszierten 3-D-Druckers angefertigt.

Beschuldigter gab sich ahnungslos

Die Behörden, so schreibt die "FAZ" unter Verweis auf die Zeitung "Mainichi Shimbun", konnten feststellen, dass zwei der Waffen in der Lage gewesen wären, tödliche Schüsse abzugeben. Munition konnten die Ermittler jedoch nicht im Haus des Beschuldigten finden.

Laut dem Bericht bestreitet der Mann nicht, die Waffen selbst produziert zu haben. Er beteuert jedoch, nicht gewusst zu haben, dass das illegal sei. In der Tat handelt es sich um die erste Anwendung der japanischen Waffengesetze auf Erzeugnisse aus einem 3-D-Drucker.

Brisantes Thema

Das Thema beschäftigt weltweit zunehmend Gesetzgeber und Behörden. Im Mai 2013 wurde mit dem "Liberator" das Modell einer funktionierenden Waffe von der Gruppe Defense Distributed online gestellt und in kurzer Zeit mehr als 100.000-mal heruntergeladen.

Im Sommer gelang es dem Mitglied eines Waffenforums, ein Gewehr mit Hilfe von 3-D-Druck herzustellen und nach eigenen Angaben 200 Testschüsse damit abzugeben. Im November schaffte es Solid Concepts, eine Pistole aus per Lasersintering erzeugten Metallbauteilen zu bauen.

Risiko für Schützen

Der Fortschritt ist in technischer Hinsicht durchaus beachtlich. Waffen aus den üblicherweise im 3-D-Druck verwendeten Kunststoffmaterialien gelten als sehr problematisch, da sie leichter durch Sicherheitskontrollen geschmuggelt werden können. Andererseits gelten sie auch aufgrund des Baumaterials auch als riskant bei der Verwendung. (red, derStandard.at, 9.5.2014)

  • Zwei der fünf konfiszierten Waffen wären in der Lage gewesen, tödliche Schüsse abzugeben.
    foto: reuters

    Zwei der fünf konfiszierten Waffen wären in der Lage gewesen, tödliche Schüsse abzugeben.

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