Die Thujenhecke ist viel mehr als eine Hecke

Leserkommentar9. Mai 2014, 09:19
130 Postings

Die Landschaftsarchitektin Karin Standler antwortet den Usern auf ihre Meinungen zur Thujenhecke

Anhand der großartigen und vielfältigen Reaktionen und Kommentare, die sich zum Thema Thujenhecken hier auftun, möchte ich gerne auf diese reagieren.

Besonders spannend sind für mich die Einblicke und Geschichten, welche Beweggründe Gartenbesitzer haben, Thujenhecken zu mögen oder eben auch nicht zu mögen. Es sind persönliche als auch praktische Themen angesprochen, und ich bin überrascht, dass die Thujenhecke viel mehr als eine Hecke ist und sich dahinter die Menschen öffnen (zumindest in Form der Postings).

Die Thujenhecke bewegt die Menschen und gewährt Einblicke in Welten hinter der Hecke. Thujenhecken stellen ein Phänomen der Gartenkultur dar, und somit haben sie auch eine gesellschaftliche Relevanz. Im Endeffekt muss jeder Gartenbesitzer für sich selbst entscheiden, wo die Prioritäten des Gartens liegen und welche Funktionen dieser zu erfüllen hat.

Alternativen

Auch das Wissen über Alternativen wurde in den Beiträgen immer wieder gut genannt. Es ist der Garten ein Handwerk mit Wissen, nicht umsonst hat sich die Berufsgruppe "Gartenarchitektur" dazu etabliert, die beratend, planend und umsetzungsorientiert auch eine Alternative zu Thujenhecke vorschlagen kann beziehungsweise überhaupt das Thema Sichtschutz aufgreift.

Es ist eine kulturelle Frage, denn in manchen Ländern gibt es keine Hecken entlang den Gartengrenzen, auch bei uns zum Beispiel im Salzkammergut (Bad Aussee-Grundlsee) sind traditionell Gärten nicht eingezäunt - das macht jeden Garten größer und vielfältiger. Es gibt daher noch viel dazu zu sagen, und gut so, dass noch nicht alles dazu gesagt wurde.

Nachhaltigkeit

Wie zum Beispiel auch das Thema der Nachhaltigkeit, des ökologischen Bewusstseins und auch der Mehrwert, den jeder Gartenbesitzer für seine Lebensqualität haben möchte ... "Natur im Garten", eine Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, diskutiert das ökologische Gärtnern und legt mit dem Wettbewerb "Best private plots - Die besten Gärten" neue Tendenzen fest und stärkt die Gartenkultur.

Ein prämierter Garten von best private plots mit Heckenelementen von Jane Bihr de Salis löst das Thema Sichtschutz anders, nämlich als Heckenkörper, die sich im Garten verteilen und genau dort Sichtschutz geben, wo er notwendig ist. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt! (Karin Standler, Leserkommentar, derStandard.at, 9.5.2014)

Karin Standler, geboren 1966, ist Landschaftsarchitektin in Wien und Linz. Sie leitet Forschungsprojekte und gestaltet Gemeinde- und Bürgerbeteiligungsprozesse. Sie ist Mitglied des Grundstückbeirats Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Liechtenstein in Vaduz. Außerdem ist sie Herausgeberin von diversen Gartenbüchern. Seit 2006 veranstaltet sie den Wettbewerb "best private plots".

Nachlese: Karin Standler im Interview

Share if you care.