Wieso Eisbären mit fettreicher Nahrung so gut klarkommen

8. Mai 2014, 18:27
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Vor weniger als 500.000 Jahren von den Braunbären abgespaltet, stellten sie sich rasch um

Berkeley - Auf dem Speiseplan von Eisbären steht ausgesprochen fettreiche Kost. Den Hauptbestandteil ihrer Nahrung machen Robben aus, die unterhalb der Haut eine bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht aufweisen. Ein internationales Forscherteam untersuchte nun, wie Eisbären nach ihrer Abspaltung von Braunbären so schnell mit dieser deftigen Kost zurechtkamen, ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Die Forscher sequenzierten die DNA von 79 grönländischen Eisbären und zehn Braunbären aus Skandinavien, Kanada und Alaska. Wie sie nun im Fachblatt "Cell" berichten, zeigten sich zahlreiche genetische Unterschiede im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System und dem Fettstoffwechsel. Besonders relevant ist die Mutation des Gens APOB, das eine wichtige Rolle beim Transport von Cholesterin aus dem Blut in die Körperzellen spielt. Ein Vorgang, der für die Reduktion des Risikos von Herzerkrankungen wichtig ist und auch für die Entwicklung neuer medizinischer Therapien interessant sein könnte.

Bei den Untersuchungen stellte sich übrigens heraus, dass der Eisbär eine viel jüngere Spezies sein dürfte als bisher angenommen: Datierten frühere Schätzungen die Abspaltung vom Braunbären auf 600.000 bis fünf Millionen Jahre zurück, berichten die Wissenschafter nun von weniger als 500.000 Jahren. (dare, DER STANDARD, 9.5.2014)

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