Globale Fortschritte bei Versorgung mit Trinkwasser

8. Mai 2014, 17:02
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Mehr als in Millenniumszielen angepeilt: 96 Prozent der Stadtbewohner und 82 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser

Genf - Trotz großer Fortschritte bei der Versorgung fehlt es noch vielen Menschen an sauberem Trinkwasser. Vor allem in einigen ländlichen Gebieten sei die Situation schlecht, heißt es in einem am Donnerstag in Genf vorgestellten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef.

Ende 2012 hätten 89 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser gehabt, 1990 waren es noch 76 Prozent. Das ist mehr als in den Millenniumszielen angepeilt. 64 Prozent nutzten hygienische Toiletten, das sind um 15 Prozentpunkte mehr als noch 1990. Doch gebe es beim Zugang starke geografische, soziokulturelle und wirtschaftliche Unterschiede. Dies gelte global ebenso wie auf lokaler Ebene. "Generell gilt: je ärmer man ist, desto geringer ist die Chance auf die Verbesserung der sanitären Versorgung", kritisierte die WHO-Expertin Maria Neira.

Stadt-Land-Schere

Während weltweit 96 Prozent der städtischen Bevölkerung sauberes Wasser trinken können, sind es auf dem Land nur 82 Prozent. Zwei von fünf Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser leben nach Angaben des Reports in Afrika, während alleine in Indien und China seit 1990 mehr als eine Milliarde Zugänge zu sauberem Wasser gelegt worden seien. Allerdings müssten vor allem in den ländlichen Regionen Chinas und Indiens fast 200 Millionen Menschen mit unsicheren Wasserquellen auskommen. Weltweit sind es 748 Millionen.

2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. In 69 Ländern werde das Millenniumziel, 75 Prozent der Bevölkerung mit ordentlichen Toiletten zu versorgen, verfehlt. Der Stadt-Land-Gegensatz sei hier noch größer als bei der Wasserversorgung: in den Städten liege die Versorgung mit ordentlichen Toiletten bei 80, auf dem Land nur bei 47 Prozent.

"Dort wo es auf dem Land Fortschritte beim Bau von Toiletten gibt, profitieren vor allem obere Schichten, was die soziale Schere weiter öffnet", so Neira. Eine Milliarde Menschen verrichteten ihre Notdurft immer noch unter freiem Himmel. Nach WHO-Schätzungen sterben alleine an Durchfallerkrankungen jährlich 842.000 Menschen, allen voran Frauen und Kinder. Kontaminiertes Wasser gilt als Hauptübertragungsweg. (APA, 8.5.2014)

  • Sauberes Trinkwasser wird für einen immer größeren Anteil der Weltbevölkerung zu einer Selbstverständlichkeit.
    foto: ap photo/ rajesh kumar singh

    Sauberes Trinkwasser wird für einen immer größeren Anteil der Weltbevölkerung zu einer Selbstverständlichkeit.

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