Der letzte Wille will gut überlegt sein

12. Mai 2014, 18:28
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Wer sein Vermögen in seinem Sinne weitergeben möchte, braucht ein Testament 

Testament | Gesetzliche Erbfolge | Patchwork und Co. | Erbschaftssteuer | Unternehmensweitergabe

                                                            Foto: dpa/ Hans Wiedl

Wien - Die Vermögenssituation ist ein Thema, über das in Familien nur selten offen gesprochen wird. Das beklagen Experten immer wieder. Noch weniger wird aber über die Weitergabe von Vermögen beziehungsweise über die geordnete Übergabe des familiären Hab und Guts gesprochen. Das kann sich im Ablebensfall aber schnell als Nachteil erweisen. Hinterbliebene, die um das Erbe streiten, oder eine Verwertung, die eigentlich nicht im Sinne des Eigentümers gewesen wäre, sind nur zwei Beispiele dafür.

Um seinen Nachlass nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, braucht es ein Testament. Die Erstellung eines solchen Dokuments stellt für viele aber eine Hürde da, weil man auch mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert wird. "Angesichts der Tatsache, dass derzeit so viel ver- und geerbt wird wie nie zuvor, sollte man sich aber Gedanken darüber machen", hält Elke Willi, Vermögensexpertin bei der Schoellerbank, in einem Analysebrief fest.

Gesetzliche Regelung

Je mehr man seine Habseligkeiten oder sein Vermögen nach den eigenen Wünschen verteilen möchte, desto wichtiger ist ein Testament, denn im Fall des Falles sieht das Erbrecht eine klare gesetzliche Erbfolge vor, die von der Verwandtschaftsstruktur anhängig ist. Lebenspartner, Freunde oder Organisationen (die man bisher regelmäßig unterstützt hat) werden nicht berücksichtigt.

Wer sich mit der Vermögensweitergabe beschäftigt, sollte zuerst eine Aufstellung machen, damit ein Überblick entsteht, was alles aufgeteilt werden kann und muss. Damit wird auch transparent, ob man vorab Schenkungen durchführen sollte und wem man was vererben möchte. Soll ein Familienbesitz nicht zerteilt werden, kann das auch testamentarisch festgehalten werden.

Vorsorgevollmacht

Für den Fall, dass eine Person die erforderliche Geschäftsfähigkeit oder Einsichts- und Urteilsfähigkeit verliert, "kann - solange man noch voll geschäftsfähig ist - einer oder mehreren Personen eine Vorsorgevollmacht erteilt werden", sagt Willi. Damit soll sichergestellt werden, dass im Sinne des Vererbenden gehandelt wird, auch wenn dieser nicht entscheidungsfähig sein sollte.

Wer keine Nachkommen hat oder diese nur mit dem Pflichtteil abfinden will, kann mit seinem restlichen Erbe auch wohltätig sein. Initiativen wie "Mein Erbe tut Gutes" wollen dazu animieren, Geld für gute Zwecke zu vererben, bevor es dem Staat zufällt.


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