Forum Alpbach: Alle Wege führen nach Tirol

8. Mai 2014, 15:08
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Unter dem Motto "At the crossroads" diskutieren 4.500 Teilnehmer und 750 hochkarätige Referenten über Europa

Wien - Franz Fischler ist Träger eines Virus und findet das auch noch gut. Denn es sei eine jener Krankheiten, "die manche überfällt und dann sind sie überzeugte Europäer". Und während Fischler das Virus früher mit seiner Funktion als Landwirtschaftskommissar der Europäischen Union behandelte, verschreibt er sich seit dem Vorjahr die Präsidentschaft des Europäischen Forums Alpbach als Therapie.

Von 13. bis 29. August scharrt Fischler heuer also wieder rund 750 gleichgesinnte Referenten und Moderatoren im gleichnamigen Tiroler Bergdorf Alpbach um sich und spricht im Vorfeld von den "Festspielen des Wissens", die heuer unter dem Titel "At the crossroads" stattfinden werden. Ein Auszug aus der Gästeliste: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird ebenso anwesend sein, wie der frühere Chef der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy, oder der Direktor von Greenpeace International Kumi Naidoo. Des weiteren zum Mitdiskutieren vor Ort: US-Ökonom Jeffrey Sachs, Friedensnobelpreisträger Jose Manuel Ramos-Horta, Harvard-Professor (für Bioinformatik) John Quackenbush und viele mehr. Neben anderen im Kulturprogramm verpackt: VerhüllungskünstlerChristo.

An der Kapazitätsgrenze

Organisator Fischler rechnet wie im Vorjahr mit rund 4500 Teilnehmern, womit man auch an die Kapazitätsgrenzen des Veranstaltungsortes gestoßen sei. Für rund 700 Teilnehmer gibt es Stipendien, rund 40 der Stipendiaten kommen heuer aus der Ukraine und Russland. Wer kein Stipendium bekommt, zahlt 700 Euro für die Teilnahme an einer Gesprächsrunde oder an der Seminarwoche. Die Tagesgebühr beträgt 350 Euro. Die Hochschulgespräche und das Kulturprogramm sind gebührenfrei.

Wer nach Alpbach reist, muss sich jedenfalls nicht nur "frontal beschallen lassen", verspricht Fischler, es werde mit dem "Ideajam" und Diskussionen in Kleingruppen auch "innovative" Formen der Kommunikation geben. Was bleiben soll, wie's immer war ist jedenfalls "unser Fokus auf Europa", insbesondere auf die Nachbarschaftspolitik, die laut Fischler "bisher nicht das gebracht hat, was es braucht".

International bekannt machen

Die Reihe "Alpbach in Motion" wird heuer zum zweiten Mal junge Führungskräfte international operierender Firmen zu Intensivseminaren zusammenbringen. Wobei Fischler sich schon auf die "Garde junger Führungskräfte mit einem Bezug zu Alpbach" freut, denn: "International haben wir medial noch Nachholbedarf."

Diesbezüglich kann auch die neue Kooperation mit dem Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg (IIASA) helfen: Zweimal jährlich treffen sich hier Politiker, Wissenschafter, Künstler, Wissenschafter und Wirtschaftstreibende um im globalen "Think Tank" an Zukunftskonzepten zu arbeiten. (riss, derStandard.at, 8.5.2014)

  • Europa als Therapie: Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach.
    foto: apa/neubauer

    Europa als Therapie: Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach.

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