USA: Führende IT-Konzerne kämpfen für Netzneutralität, Apple fehlt

8. Mai 2014, 12:36
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Google, Facebook, Microsoft und andere schreiben offenen Brief an Regulierungsbehörde

Mehr als 100 US-amerikanische IT-Konzerne haben sich in einem offenen Brief gegen die Pläne der US-Regulierungsbehörde FCC ausgesprochen. Deren Vorsitzender Tom Wheeler hatte vor einigen Wochen angekündigt, künftig Spezialdienste – also eine Art Überholspur im Internet – erlauben zu wollen.

Spezialdienste

Dadurch wären Betreiber von Internetangeboten gezwungen, gesonderte Deals mit Providern abzuschließen, um hohe Qualität bei ihren Services zu garantieren. Besonders davon betroffen wäre der Streamingdienst Netflix, der sich als Vorstreiter im Kampf um die Netzneutralität hervorgetan hat.

Alle außer Apple

Zahlreiche führende IT-Konzerne stellen sich jetzt an die Seite von Netflix: In einem gemeinsamen offenen Brief fordern sie "den Schutz von Nutzern und Internet-Firmen gegen das Blockieren und Diskriminieren von Inhalten", was "essenziell für die Zukunft des Internets sei". Mit einer großen Ausnahme unterzeichnete das Who's'Who der Techbranche die Aufforderung: Amazon, Dropbox, Ebay, Facebook, Google und Microsoft sind ebenso an Bord wie Yahoo, Twitter und Reddit.

Apple TV

Apple fehlt auf der Liste allerdings. Über die Gründe dafür gibt es offiziell keine Informationen, allerdings wird schon länger gemunkelt, dass der Konzern aus Cupertino mit seinem Apple-TV einen solchen Spezialdienst anbieten will, den andere IT-Firmen bekämpfen.

Kritik innerhalb FCC

Indes hat sich auch innerhalb der Regulierungsbehörde FCC Widerstand gegen die Pläne ihres Vorsitzenden formiert. Time berichtet, dass sich Wheelers Stellvertreterin Rosenworcel "besorgt" über die Pläne ihres Chefs zeigte, sie forderte eine Verschiebung der Abstimmung. Wheeler zeigt sich von den Vorgängen jedoch unbeeindruckt und hält an den Plänen fest. (fsc, derStandard.at, 8.5.2014)

  • FCC-Vorsitzender Wheeler bleibt bei seiner Linie
    foto: reuters/lam

    FCC-Vorsitzender Wheeler bleibt bei seiner Linie

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