Ukraine: Prorussische Separatisten verschieben Referendum nicht

8. Mai 2014, 17:11
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Russlands Präsident Putin hatte am Mittwoch eine Verschiebung der Abstimmung vorgeschlagen

Kiew - Ungeachtet der Aufforderung des russischen Präsidenten Wladimir Putin verschieben die prorussischen Kräfte in der Ostukraine ihr geplantes Referendum über eine Unabhängigkeit nicht. "Das Referendum findet am 11. Mai statt", sagte Miroslaw Rudenko, einer der Separatistenführer, am Donnerstag der Agentur Interfax.

Diese Entscheidung habe der Volksrat der selbsternannten "Volksrepublik Donezk" getroffen, sagte Rudenko. Eine Sprecherin der prorussischen Kräfte in Slawjansk bestätigte, dass auch dort an dem Referendum am Sonntag festgehalten wird.

Putin hatte am Vortag die "Anhänger einer Föderalisierung" aufgerufen, die Volksabstimmung zu verschieben, um die dafür notwendigen Bedingungen zu schaffen. Er hatte auch die ukrainische Führung aufgefordert, ihre "Anti-Terror-Operation" im Osten des Landes zu beenden, was diese aber zunächst ablehnte.

Frage nach der Eigenständigkeit der Region

Bei dem Referendum sollen mehr als drei Millionen Einwohner der russisch geprägten Gebiete Donezk und Lugansk entscheiden, ob sie eine Abspaltung von der prowestlichen Zentralregierung in Kiew unterstützen. Gestellt wird die Frage nach einer staatlichen Eigenständigkeit der Region.

Ein weiteres Führungsmitglied der moskautreuen Kräfte, Andrej Purgin, sagte der russischen Staatsagentur ITAR-TASS: "Das ist nicht unsere Entscheidung, das ist die Entscheidung des Volkes der Region Donbass." Die Bevölkerung habe nun erstmals die Chance auf eine "Heldentat", und niemand habe das Recht, ihr diese zu nehmen. 

Russland: Kiew stationiert Truppen an der Grenze

Die Ukraine hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums an der Grenze zu Russland 15.000 Soldaten zusammengezogen. Das meldete die Nachrichtenagentur RIA am Donnerstag. 

Lang geplant: Russland testet Interkontinentalraketen

Mitten in der Ukraine-Krise hat Russland drei mit Atomsprengköpfen bestückbare Interkontinentalraketen getestet. Eine Rakete vom Typ Topol-M (Nato-Code: SS-25 Sickle) sei vom Weltraumbahnhof Plessezk in Nordrussland abgeschossen worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Zudem hätten zwei Atom-U-Boote je eine Rakete abgefeuert. Die Geschoße hätten ihre Ziele auf Truppenübungsplätzen getroffen. Es habe sich um eine geplante Übung unter Aufsicht von Präsident und Oberbefehlshaber Wladimir Putin gehandelt. Außerdem seien mehrere Marschflugkörper getestet worden. (APA, 8.5.2014)

  • Donezk: Wahlinformationen für das Referendum am 11. Mai
    foto: reuters/marko djurica

    Donezk: Wahlinformationen für das Referendum am 11. Mai

  • Prorussische Separatisten in Slawjansk. Die Farben der Flagge im Hintergrund sind jene der selbsternannten Republik Donezk.
    foto: ap photo/darko vojinovic

    Prorussische Separatisten in Slawjansk. Die Farben der Flagge im Hintergrund sind jene der selbsternannten Republik Donezk.

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