Probleme mit RB-Leipzig-Lizenz verärgern Mateschitz

8. Mai 2014, 10:43
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Deutsche Liga weist Beschwerde gegen Lizenzauflagen ab - Red-Bull-Boss sauer

Leipzig - Den Aufstieg in die zweite deutsche Bundesliga hat RB Leipzig mit einem fulminanten 5:1-Erfolg vor 42.000 Zuschauern gegen Saarbrücken geschafft, mit der Lizenz allerdings spießt es sich. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat die Beschwerde gegen Lizenzauflagen in allen Punkten abgelehnt und pocht weiter auf Nachbesserungen. Das allerdings stößt Dietrich Mateschitz sauer auf.

In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" äußerte der Red-Bull-Boss sein Unverständnis über die Vorgehensweise der DFL. "Man verlangt von uns vor allem, dass wir auf jedwedes Mitspracherecht im Verein verzichten. Das heißt im Klartext, dass wir zwar weiterhin Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigen dürfen, aber gleichzeitig unseren eigenen Entmündigungsantrag unterschreiben sollen. Ich will nicht polemisch werden, aber ich dachte, ich bin im falschen Film. Jetzt, wo alles sportlich funktioniert, droht das Aus", so Mateschitz. 

Die DFL bemängelt, dass das Rasenballsport-Logo zu sehr dem von Red Bull ähnelt, die Mitgliedsbeiträge zu hoch sind, der Einfluss von Red Bull zu groß ist und die Führungspositionen ausschließlich mit Mateschitz-Untergebenen besetzt sind.

50+1-Regel

Der im Jahr 2009 von Red Bull gegründete Verein bewegt sich mit seiner Satzung und einem kleinen elitären Kreis aus Red-Bull-Mitarbeitern, die als einzige neun stimmberechtigte Mitglieder die Führungsgremien bilden, am Rande des Vereinsrechts. Leipzig hebelt die 50+1-Regel aus, die verhindert, dass Investoren einen Klub übernehmen, und erregt damit einige Gemüter.

Die Forderungen der DFL nach demokratischeren Führungstrukturen vergleicht Mateschitz mit "einem unsittlichen Antrag"; das könne "so nie und nimmer funktionieren und zu sportlichem Erfolg führen". Auf eine derartige Art und Weise wäre Sebastian Vettel nicht viermal Formel-1-Weltmeister geworden, so Mateschitz.

Der 69-jährige Milliardär ist bezüglich einer Einigung mit der DFL zwar positiv gestimmt, stellte aber auch klar, dass niemand zwangsbeglückt werden solle und Red Bull das auch gar nicht nötig habe.

Der Lizenzierungsausschuss tagt am 28. Mai, danach wäre auch ein Gang vor ein ordentliches Gericht denkbar, doch so weit soll es nicht kommen. (honz/APA, derStandard.at, 8.5.2014)

  • Dietrich Mateschitz wähnt sich "im falschen Film".
    foto: apa/ gindl

    Dietrich Mateschitz wähnt sich "im falschen Film".

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