Hacker spioniert Friedensgespräche mit Rebellen in Kolumbien aus

8. Mai 2014, 09:10
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Verhaftung eines Ingenieurs angeordnet - Er soll oppositionellen Präsidentschaftskandidaten beraten haben

Ein Hacker hat in Kolumbien die Friedensverhandlungen der Regierung mit der linksgerichteten FARC-Guerilla ausspioniert. Ein Richter ordnete am Mittwoch die Verhaftung eines Ingenieurs an.

E-Mail-Account geknackt

Er hatte laut Staatsanwaltschaft das E-Mail-Konto des Pressesprechers der Rebellen bei den Gesprächen in Havanna sowie den E-Mail-Verkehr der Präsidentschaft mit Regierungsunterhändlern geknackt, wie der Sender Radio Caracol berichtete. Der verhaftete Informatik-Ingenieur habe sowohl aus ideologischen Gründen als auch aus Geldinteresse gehandelt, erklärte der Generalstaatsanwalt Eduardo Montealegre. In mindestens einem Fall habe er die Information an Dritte verkauft.

Der Präsidentschaftskandidat der rechten Opposition, Oscar Zuluaga, gab zu, dass der Hacker an seiner Wahlkampagne beteiligt war. Er habe bei einigen Werbespots geholfen und ihn in Sachen IT-Sicherheit beraten. Zuluaga versicherte, er habe nichts von den illegalen Aktivitäten des Ingenieurs gewusst.

Unter falschem Namen

Der Rundfunksender RCN meldete jedoch, der Hacker habe unter falschem Namen einen leitenden Berater Zuluagas begleitet, der dem Direktor des Senders vertrauliche Information über die FARC angeboten habe.

Die Regierung von Staatschef Juan Manuel Santos führt seit November 2012 in der kubanischen Hauptstadt Friedensgespräche mit der FARC. Am 25. Mai finden in Kolumbien Präsidentschaftswahlen statt, bei denen sich Santos zur Wiederwahl stellt. (APA, 8.5.2014)

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